Zurück bei den Geräteturnern

GERÄTETURNEN ⋅ Mit dem Gerätemeeting in Büron fällt der Startschuss in die Turnsaison 2017. Für Simon Stalder aus Rickenbach, den Sieger der Kategorie 7, ist es ein ganz besonderer Wettkampf.
04. April 2017, 00:00

Stefanie Meier

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Es ist nicht allzu lange her, da hat Simon Stalder – ein Turner aus Leidenschaft – sich dazu entschieden, dem Geräteturnen für ein Jahr den Rücken zuzukehren und dafür in der Kunstturnszene aktiv zu sein. «Ich suchte eine neue Herausforderung, entschied mich deshalb, nochmals ein Jahr bei den Kunstturnern mit den Amateuren zu trainieren und auch Wettkämpfe zu absolvieren», begründet Stalder diesen Entscheid. Er trainierte ungefähr zwei- oder dreimal wöchentlich je drei Stunden, was keinen ausserordentlich grossen Aufwand bedeutete. Doch die Trainings waren härter, intensiver und auch spezifischer.

Von der Routine profitieren

Rein körperlich gesehen waren die Trainings eine grosse Belastung, deshalb beliess es Stalder bei einem Jahr Kunstturnen. Technisch aber hat er viel davon profitiert. Der 26-Jährige konnte sein Repertoire an Elementen erweitern und gewann viel an Routine – alles Eigenschaften, die ­einen Turner weiterbringen.

So startete Simon Stalder am vergangenen Wochenende beim Gerätemeeting in Büron gelassen und abgeklärt in die Saison. «Meine Vorbereitungen auf diesen ersten Wettkampf minimierten sich nebst dem üblichen Sektionstraining auf nur zwei Einzellektionen während der letzten drei Wochen. Aber die Wettkampferfahrung und die Routine von über 20 Jahren machen sich nun bezahlt», verrät Stalder, der nicht nur einfache Elemente turnt. Der Rickenbacher gehört zu jenen Turnern, die zwar kontrolliert, aber für die Zuschauer teilweise halsbrecherisch durch die Luft wirbeln. Ein Salto hier, eine Drehung da, und meist alles perfekt zum Stand.

Tageshöchstnote auf sicher

Mit hohen Noten (ab 9,35) gewann der 26-Jährige in Büron überlegen vor seinem Vereinskollegen Jan Wandeler und dem Vorjahressieger Janis Fasser aus Sempach. Die Tageshöchstnote, eine glatte 10,00 an seinem Paradegerät Sprung, war ihm so sicher wie das Amen in der Kirche. Ein derart hohes Niveau, und das bereits zu Beginn der Saison, könnte da bei Stalder nicht plötzlich Langeweile aufkommen? «Nein, bestimmt nicht. Turnen kann nie langweilig werden, denn Turnen kennt keine Grenzen.» Es gebe noch so viele Elemente, die er in Zukunft zeigen wolle.

Zudem widmet sich Simon Stalder intensiv der Jugend­förderung – und das mit viel Herzblut. Er trainiert den Nachwuchs im STV Rickenbach, «diesen Jungen will ich mein Können weitervermitteln». Hinzu kommt, dass er dem Grosswangener Reto Schurtenberger, der das Amt als SM-Verantwortlicher des Verbandes Luzern, Ob- und Nidwalden ausübt, mit Rat und Tat zur Seite steht. Seine Aufgabe besteht darin, die Turner optimal auf die ­nationalen Titelkämpfe vorzubereiten. Arbeiten wie die Organisation der Trainingstage, Wettkampfleitung, SM-Anmeldungen und viele weitere stehen an. «Ich freue mich, dem Verband etwas zurückzugeben, wovon ich all die Jahre profitieren konnte.»

Als Stalder im Alter von fünf Jahren erstmals die Halle betrat, hätte er wohl nie daran geglaubt, dass der Turnsport einmal einen derart grossen Stellenwert in seinem Leben haben würde. Turnen sei eine Art Lebensschule gewesen, heute stünden vor allem die Abwechslung, der Spass im Vordergrund. Turnen sei auch aktive Erholung neben der täglichen Arbeit. Seine Ziele für 2017 definiert Stalder so: «Ich will an jedem Wettkampf das Beste herausholen und an den nationalen Titelkämpfen wieder vorne mitmischen.»

Hinweis

Resultate: www.turnverband.ch


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