Auf dem Sprung nach Ungarn

LEICHTATHLETIK ⋅ Nadine Odermatt gewinnt den Hochsprungwettkampf in Aarau und bestätigt damit ihre starke Form. Nun fiebert die 15-jährige Kernserin dem Karrierehighlight entgegen.
27. Juni 2017, 00:00

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

So richtig nach Wunsch lief es ihr zu Beginn nicht an den Regionenmeisterschaften des Zentralschweizer Nachwuchses in Aarau. Nadine Odermatt brauchte im Hochsprung der U18-Juniorinnen zwei Anläufe, um die 1,61 Meter zu überspringen. Als sie dann auch die nächste Höhe (1,64) nicht mit dem ersten Satz meisterte, spürte sie: «Heute läuft es nicht so gut. Dadurch bin ich etwas unsicher geworden.» Am Ende lief dann aber doch alles nach Plan für die 15-jährige Kernserin. Mit 1,70 Metern gewann sie den Wettkampf, drei Zentimeter über der zweitrangierten Baslerin Sarina Schmutz.

Damit unterstreicht die Obwaldnerin, die vor zwei Wochen die U18-Konkurrenz an den Innerschweizer Meisterschaften in Luzern für sich entschieden hat, ihre gute Verfassung in dieser Saison. Betrug ihre persönliche Bestleistung zu Saisonbeginn noch 1,65 m, so hat sich die Obwaldnerin von Leichtathletik Kerns mittlerweile um sechs Einheiten gesteigert – vor einer Woche erreichte sie in Jona 1,71 m.

Noch sitzt ihr die Konkurrenz im Nacken

Diese Marke ist gleichzeitig die Limite für das European Youth Olympic Festival vom 23. bis 29. Juli in Györ (Ungarn). «Mit Ausnahme von zwei Wettkämpfen in Liechtenstein bin ich noch nie im Ausland angetreten. Für mich wäre das natürlich eine super Erfahrung», schwärmt der Teenager, der bald eine KV-Lehrstelle auf der Gemeindekanzlei in Kerns antreten wird.

Gedanken über dieses Karrierehighlight habe sie sich schon gemacht, «ich habe auch schon einige Dokumente durchgelesen, unter anderem Informationen zu den Dopingkontrollen». Eine solche habe sie bisher noch nicht machen müssen. Ob sie in Ungarn tatsächlich am Start stehen wird, weiss Nadine Odermatt derzeit aber noch nicht sicher. Nur eine Schweizerin wird im Hochsprung entsendet und bis am 2. Juli können sich ihre Mitbewerberinnen noch für ein Aufgebot aufdrängen. Die Vorgabe ist klar: Wer am höchsten springt, ist dabei. Jara Ellinger (1,70 m) und Hannah Dulex (1,68 m) liegen nicht weiter hinter Nadine Odermatt zurück.

Betrachtet man indes die jüngere Vergangenheit, macht die Obwaldnerin den beständigsten Eindruck. Einen wegweisenden Entscheid trafen sie und ihr Staff dabei vor zwei Jahren, als man eine Zusammenarbeit mit Ruedi Nyffenegger, dem Projektleiter Nachwuchs bei Swiss Athletics, einging. «Ich trainiere seither spezifischer die Disziplin Hochsprung, ich lernte neue Übungen kennen und habe sowohl meine Technik als auch meinen Anlauf verbessern können.» Ende Mai war die 1,86-Meter grosse Athletin von Swiss Olympic sogar nach Tenero zu einem Talenttreff eingeladen worden.

Nächste Haltestelle: Meeting in Nottwil

Die Arbeit aber, die geht ihr freilich nicht aus, Nadine Odermatt weiss um ihre Mankos, die es zu reduzieren gilt. Angesprochen ist vor allem ihre relativ flache Flugphase, aufgrund derer sie noch zu oft an der Stange anhängt. Vier mal wöchentlich übt sie im Training, gar fünf mal, wenn sie am Wochenende keinen Wettkampf zu bestreiten hat. Das nächste Turnier steht dabei bereits am kommenden Samstag auf dem Programm, wenn die Nachwuchshoffnung am Meeting in Nottwil antreten wird. Ihr Ziel: «Noch etwas höher springen, vielleicht 1,72 m oder 1,73 m, um es meinen Konkurrentinnen mit Blick auf das EYOF noch etwas schwieriger zu machen.»

Als weiteres Saisonziel nennt Nadine Odermatt die Schweizer Nachwuchsmeisterschaften am 9. September in Winterthur, an denen die Obwaldnerin nach Rang eins bei der U16 im letzten Jahr nun in der U18-Kategorie auf das Podium schaffen will.

Hinweis

Resultatauszug auf Seite 34.


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