Auf der Ziellinie abgefangen

3. LIGA, GRUPPE 3 ⋅ Sempach hievt sich in der letzten Runde dank eines 2:0-Sieges über den Mitkonkurrenten Entlebuch in die Aufstiegsrunde. Freude herrscht auch bei SchötzII.
13. Juni 2017, 00:00

«Ich bin nicht unglücklich, dass wir zum Abschluss gewinnen mussten. Die Ausgangslage war für uns vor dem letzten Spieltag eigentlich perfekt. Wir wussten, dass wir als Dritter einen Sieg benötigen. Entlebuch und Schötz lagen vor der letzten Runde zwei Zähler vor uns. Uns blieb nichts anderes, als zu siegen», waren die ersten Worte von Sempachs Trainer Markus Koch (41) nach dem Schlusspfiff und Freudentanz ­seiner Schützlinge. Seine Spieler hatten mit dem 2:0-Erfolg über Entlebuch, das vor dem letzten Spieltag als Leader aus der Pole-Position startete, im Schlussspurt die Aufstiegsspiele erreicht.

«Verdientermassen», kommentierte es Routinier Elvis Velic (31) nach Spielschluss. «Wer in 22 Partien nur dreimal als Verlierer vom Platz muss, hat sich das Erreichen der Promotionsspiele verdient. Wir zeigten einen attraktiven Fussball über die ganze Qualifikation und waren einfach bis am Schluss sehr siegeshungrig.» Die Sempacher bewiesen aber auch mentale Stärke. Sie machten in diesem Bereich wohl die grössten Fortschritte in den letzten Wochen und Monaten. Koch: «Es war ein schwieriges Spiel für uns, denn Entlebuch genügte ein Remis für die Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Meine Spieler waren von der ersten Minute an bereit und signalisierten viel Siegeswille. Wir konnten mit dem Druck umgehen. Heuer gewinnen wir auch sogenannte schwierige Spiele.»

Ganz ohne professionelle Hilfe ging es dann aber doch nicht ganz. Für die letzten wichtigen Spiele hatte Sempach mit dem bekannten ehemaligen Behindertensportler Lukas Christen (51) einen Mentaltrainer beigezogen. Velic: «Wir haben in spannenden 90 Minuten erfahren, was mit der richtigen Einstellung und dem Glauben alles erreicht werden kann. Vieles entscheidet sich im Kopf.» Bereits zweitligawürdig präsentierte sich die Kulisse: 700 Fans waren gekommen. «Wahnsinn! An diese Kulisse könnte ich mich gewöhnen. Momentan fühle ich mich wie ein Zwanzigjähriger», so Velic grinsend.

Entlebucher Trainer trotzdem stolz auf sein Team

Kaum Worte fand nach dem knappen Verpassen der Aufstiegsspiele (Mitkonkurrent Schötz II siegte in Altbüron-Grossdietwil 1:0) Entlebuchs Trainer Daniel Kaufmann (30): «Ich bin sehr enttäuscht. Wir benötigten einen Punkt für die Aufstiegsrunde. Wenn du so nahe dran bist und am Schluss mit leeren Händen dastehst, ist das sehr frustrierend.» Doch Kaufmann konnte auch Lobesworte aussprechen: «In einigen Tagen können wir, wenn der Frust gewichen ist, auf das Vollbrachte stolz sein. Was mein Team mit einem Altersdurchschnitt von knapp 21 Jahren diese Saison geleistet hat, verdient Respekt. Unser Weg stimmt, und wir werden in Zukunft viel Freude an dieser Mannschaft haben.»

SchötzII schafft es mit der besten Defensive

«Wer in 22 Spielen nur 14 Gegentreffer kassiert und sich 49 Punkte erspielt, hat schon eine gewisse Qualität. Die Tabelle lügt bekanntlich nie. Wir sind Erster in der Landgruppe und haben uns das Dessert, die Aufstiegsrunde, absolut verdient», zeigte sich Schötz-II-Trainer Daniel Bossert (37) erfreut. «Wir gehen unbelastet in die Aufstiegsspiele und freuen uns auf diese Momente. Meine Spieler haben sich dies hart erarbeitet und können nun einfach das alles geniessen.» Soll das heissen, dass man sich auf den Lorbeeren ausruhen wird? «Absolut nicht. Ich will immer gewinnen. Das erwarte ich auch von meinen Akteuren.»

Michael Wyss

regionalsport@luzernerzeitung.ch


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