Die verzweifelte Suche nach dem Wind

SEGELN ⋅ Bei der 50-Meilen-Trophy sorgt nicht nur der ausbleibende Wind für Unmut, auch eine Abkürzung des Kurses führt zu lebhaften Diskussionen. Pascal Marty holt trotz Benachteiligung den ersten Saisonsieg.
13. Juni 2017, 00:00

Die neue Kursführung der 50-Meilen-Trophy von Stansstad nach Küssnacht und zurück hatte schon im Vorfeld der traditionellen Langstreckenregatta Anlass zur Kritik gegeben: «Entweder es herrscht Bisenlage, dann gibt es in Stansstad keinen Wind, oder es gibt Westwind, dann herrscht im Küssnachter Becken Flaute», hatten Pessimisten prophezeit.

Es kam aber noch schlimmer, es hatte nirgendwo Wind, als die Regattaleitung die rund 40 Boote am letzten Samstag frühmorgens um 7 Uhr auf die lange Reise zu Act 2 des Vierwaldstättersee-Cups schicken wollte. Auf dem spiegelglatten Wasser suchten die Regatteure meist vergebens einen kleinen Hauch Wind, um ein wenig vorwärtszukommen.

Die Regattaleitung hatte es gut gemeint, als sie nach drei Stunden in Hintermeggen eine Boje setze. Aber einige ambitionierte Regatteure, die auf der anderen Seeseite den besten Weg nach Küssnacht gesucht hatten, zeigten sich wenig begeistert. Wettfahrtleiter Ruedi Fischer begründete seinen Entscheid so: «Die 50-Meilen-Trophy ist eine Volksregatta, und damit auch die langsamen Boote noch ins Ziel kamen, mussten wir den Kurs abkürzen.»

Im nächsten Jahr wieder der alte Kurs

Einer, der durch den abgekürzten Kurs benachteiligt wurde, war Pascal Marty, der einen Umweg zur Boje fahren musste. Der Steuermann der Nessi-Crew zeigte sich dann auch bitter enttäuscht: «Wir haben unsere Taktik darauf ausgelegt, nach Küssnacht zu fahren, und die Grepper Seite gewählt, das Setzen dieser Boje war reglementwidrig.» Die Segler aus Brunnen siegten zwar nach berechneter Zeit trotzdem, Marti konnte sich über seinen Sieg aber nicht richtig freuen, denn er hätte auch gerne den Titel «Schnellste Jacht» geholt.

Gar nicht auf Touren kam der Führende im Zwischenklassement des Vierwaldstättersee-Cups, Phillip Weber. «Wir haben weder das Boot noch die leichten Segel, um bei diesen Verhältnissen mitzuhalten, ich segle auch nicht gerne bei so wenig Wind, wo Glück und Zufall mitbestimmen», sagte er nach der Regatta.

Nächstes Jahr soll die 50-Meilen-Trophy wieder auf dem alten Kurs von Stansstad in den Urnersee durchgeführt werden. «Im Moment sind noch zwei oder drei Fragen offen. Ich bin aber guten Mutes, dass es klappen wird», so Regattaleiter Ruedi Fischer. Es bleibt zu hoffen, dass auch der Wind besser mitspielen wird.

Walter Rudin

regionalsport@luzernerzeitung.ch


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