Ein Realist mit grossem Ehrgeiz

KARATE ⋅ Einmal Gold, einmal Bronze – die Schweizer Meisterschaften waren für Elio Romano ein Erfolg. Nun freut sich der 14-jährige Krienser auf ein noch grösseres Ziel.
13. Juni 2017, 00:00

«Mein Gegner war grösser als ich. Ich habe abgewartet und dann mit einem Schlag in seinen Bauch gepunktet. Da liegt eben die Schwachstelle der Grösseren.» Elio Romano, erst 14-jährig, schildert seinen Bronzeschlag schon ziemlich abgebrüht. Dank diesem Sieg im kleinen Final errang der Krienser an den Schweizer Meisterschaften im Ippon-Shobu-System in Bern den dritten Platz in der U16-Kategorie. Gar golden glänzte seine Auszeichnung im Teamevent, gemeinsam mit Flavio Maiorano und Arben Pjetraj holte er für Taisho Luzern den ersten Platz.

Der Final wurde im Best-of-3-Modus ausgetragen, zwei Siege waren also nötig. «Arben hatte den ersten Kampf gewonnen, ich war als Zweiter dran. Da ich wusste, dass Flavio am Bein verletzt war und er wahrscheinlich im letzten Kampf verlieren würde, habe ich schon Druck gespürt. Ich wusste, dass ich gewinnen musste», erzählt Elio Romano.

Das tat der junge Mann dann auch mit Bravour. «Ich startete aggressiv, schüchterte meinen Gegner ein und wartete auf den richtigen Moment.» Als dieser kam, schlug er zu und ging mit 1:0 in Führung. Diesen Vorteil gab er bis zum Ablauf der zweieinhalbminütigen Kampfzeit nicht mehr aus der Hand. Neben dem Gewinn der Schweizer U14-Meisterschaft im Einzel vor zwei Jahren bezeichnet er den Sieg mit dem U16-Team als bisher grössten Erfolg.

Vater Toni ist der Trainer von Elio

Sein Trainer ist übrigens sein Vater, der Besitzer der Taisho-Karateschule, Toni Romano. Wie ist es, von seinem Vater trainiert zu werden? «Wir grenzen das gut ab», sagt Elio. «Er setzt die Messlatte sehr hoch an, erwartet viel, reagiert aber auch mit Lockerheit, wenn es mal nicht so gut läuft.» Da auch seine Mutter Mariann Karate betreibt, war für ihn bald klar, dass er das auch tun möchte. «Ich könnte auch Fussball oder Unihockey spielen. Ich kämpfe aber sehr gerne, schon als Kind gefiel mir die Stimmung im Team und an den Turnieren.» Und was meint der Vater zur sportlichen Entwicklung seines Sohnemanns? «Elio hat eine aussergewöhnlich hohe Selbstkompetenz. Er kann die Gegner lesen und sich selber gut einschätzen. Er ist ein Realist.»

Das nächste Ziel sind die Shotokan-Weltmeisterschaften im September in der Nähe von Barcelona. «Es wird meine erste WM sein. Es wird schwer, aber ich hoffe auf einen Podestplatz», sagt der Krienser Sportschüler, der im nächsten Schuljahr in die Sportklasse der Luzerner Kantonsschule Alpenquai wechseln wird.

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Bern. Schweizer Meisterschaften. Mädchen U14. Kumite: 1. Audry Pentassuglia (Taisho Luzern. – Jugend U16. Kumite: 1. Selin Bagderelli (Schötz/Wauwil). 3. Moira Dillier (Taisho Luzern). – Team, Kumite: 1. Schötz/Wauwil (Selin Bagderelli, Marlene Günther, Sheena Mader). 2. Taisho Luzern (Lydie Cossettini, Moira Dillier, Alessia Lao). – Juniorinnen U18. Kumite: 1. Diellza Sejdijaj (Schötz/Wauwil). – Juniorinnen U21. Kumite: 1. Alma Polozani. 2. Sanne Dokter. 3. Dre­nusha Sejdijaj (alle Schötz/Wauwil). – Elite, über 18. Kumite: 1. Alma Polozani. 2. Dre­nusha Sejdijaj (beide Schötz/Wauwil).

Knaben Jugend U16. Kumite: 3. Elio Romano (Taisho Luzern). – Team, Kumite: 1. Taisho Luzern (Flavio Maiorano, Arben Pjetraj, Elio Romano). 3. Schötz/Wauwil (Sven Koch, Quentin Merkel, Sven Pozzi). – Junioren U18. Kumite: 3. Andrés Acevedo (Taisho Luzern). – Team, Kumite: 1. Taisho Luzern (Andrés Acevedo, Daniel Hrgovcic, Mario Pentassuglia). 2. Schötz/Wauwil (Maurice Bucher, Dario De Conte, Keith Mader). – Junioren U21. Kumite: 1. Michael Unternährer (Taisho Luzern). 2. Arslan Hussain (Taisho Luzern). 3. Gjergj Tetaj (Schötz/Wauwil). – Elite, über 18. Kumite: 2. Nikoll Bytyçi (Langnau). – Team, Kumite: 2. Taisho Luzern (Arslan Hussain, Ilija Letic, Michael Unternährer, Ivan Zappa).


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