FC Luzern spielt den Cup-Schreck

VOLLEYBALL ⋅ Das Männerteam des FC Luzern sorgt für ein weiteres Cup-Highlight. Die 2.-Ligisten spedieren dank einem hervorragenden Spiel den NLB-Ligisten Ittigen mit 3:1 aus der Konkurrenz.
28. November 2017, 00:00

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Nach Siegen über die beiden 1.-Ligisten Buochs (3:0) und Uster (3:1) erwarteten die «alten Volleyball-Herren» vom FC Luzern in der 5. Cuprunde das NLB-Team Ittigen, das in der laufenden Meisterschaft auf dem 3. Rang mit 15 Punkten steht und in dessen Reihen auch die NLA-erfahrenen Martin Weber und der in der letzten Saison für Volley Top Luzern kämpfende Noah Eichenberger mitspielten. Also eine reine Routine-Cup-Aufgabe für die Spieler aus Ittigen? Denkste! Der Cup-Schreck aus Luzern, gespickt mit mehreren ehemaligen NLA-Cracks, boxte die Berner in einer riesigen Unterhaltungswert bietenden und technisch hochklassigen Partie mit 3:1 aus dem Wettbewerb.

Die Freude ob diesem Coup war bei den FCL-Spielern überschwänglich, als im vierten Satz Christoph Augsburger beim Stande von 25:24 mit einen gekonnten Block den Matchsieg sicherte. Zohar Itzhaki, in früheren Jahren für Sursee in der NLA spielend, meinte ausgepumpt: «Ich bin total kaputt. Es war befriedigend, wieder einmal auf einem höheren Level spielen zu dürfen.» Seine Frau Eveline, während der Partie voll mitgehend, seufzte: «Ich habe gedacht, die Zeit sei längst vorbei, während der ich als Fan immer so mitleiden muss.»

Hochspannender vierter Satz

Leiden musste auch Gast-Trainer Marc Seiler: «Wir wussten, dass einige ehemalige NLA-Cracks mitspielen. Dass dieses Team aber so gut zusammen harmoniert und so viel Feuer in diesem Match entfachen konnte, das habe ich nicht erwartet.» Ähnlich sieht es auch Rolf Bächler, der Coach der Luzerner, sichtlich überwältigt: «Die Chemie im tollen Kollektiv war entscheidend für den Ausgang dieses Cup­matches.» Und Mitte-Spieler Ruedi Berwert ergänzt: «Jeder einzelne Spieler hat den besten Match in dieser Saison hingelegt.» Deshalb auch das Lob von Papiermühle-Captain Tino Jenal: «Der Sieg der Luzerner geht voll in Ordnung. Der Siegdruck lag bei uns und diesem waren wir nicht gewachsen.»

Der Start in dieses Cupspiel begann für den FCL alles andere als gut. 3:10 lag man zurück, ehe Coach Rolf Bächler seine Schützlinge mit einem Time-out aufrüttelte. Beim Stande von 17:16 sah man den FCL erstmals in Front. Diese Führung gab man bis zum 25:21-Satzsieg nicht mehr ab. Der zweite Satz ging mit 16:25 klar an die Berner, ehe sich im dritten Set die Luzerner daran erinnerten, was sie klassemässig draufhaben. Im Schnelldurchlauf liessen die in die Jahre gekommenen Routiniers den Gegner mit 25:15 «alt aussehen». Im vierten Satz stieg die Spannung ins Unermessliche. 17:12 führte der FCL, 23:24 lag er später zurück. Bis dann beim Stande von 25:24 Christophe Augsburger die Hände so perfekt über dem Netz platzierte, dass der stark spielende Noah Eichenberger seinen Smash-Ball geblockt auf dem eigenen Spielfeldboden landen sah.

Inneres Feuer brennt wie zu alten Zeiten

Der Jubel im Lager der «alten Herren» war gewaltig. Sie tanzten wie zu ihren jungen Volleyball-Zeiten und kosteten das Weiterkommen im Cup sichtlich aus. Matchball-Winner Christophe Augsburger lächelte denn auch gequält und resümierte: «Ich bin sehr, sehr müde, aber auch zufrieden über diesen Spielausgang.» Martin Flückiger, der beste Punktesammler im starken Kollektiv, sagte strahlend: «Das innere Feuer brannte in diesem Match wie in früheren Zeiten.» Und Passeur Andi Michail bringt es auf den Punkt: «Wir haben eine grandiose Teamleistung ­gezeigt.» Der Luzerner Cup-Schreck hat also ein weiteres Mal zugeschlagen. Jetzt freut man sich im Lager des Luzerner 2.-Liga-Teams schon auf die Aus­losung der nächsten Cuprunde.

Schweizer Cup

5. Runde. Männer: FC Luzern (2.) – Ittigen (NLB) 3:1. Smash Winterthur (NLB) – Malters (NLB) 3:2. Servette Star Onex (NLB) – Züri Unterland (NLB) 3:1. Kreuzlingen (NLB) – Traktor Basel (NLB) 3:0. Fully (1. Liga) – Laufenburg-Kaisten (NLB) 0:3. St. Gallen (2.) – Laufen (NLB) 3:1. Oerlikon (2.) – Oberdiessbach 0:3. La Côte (1.) – Nidau (1.) 3:0. Bütschwil (2.) – Andwil-Arnegg (1.) 1:3.

FC Luzern – Papiermühle 3:1

Säli-Turnhalle. – 50 Zuschauer. – SR Hutmacher/Gander. – Spieldauer: 84 Minuten. – Sätze: 25:21, 16:25, 25:15, 26:24. – FC Luzern: Berwert, Nevosad, Flückiger, Itzhaki, Augsburger, Michail, Kalina (Libero); Schroth, Flühler, Attinger. – Ittigen: Goss­weiler, Scheidegger, Weber, Jenal, Cataldi, Mosimann, Zimmermann (Libero); Kamber, Moor, Eichenberger.

Frauen: Rätia Chur (1.) – Fides Ruswil (NLB) 1:3. Züri Unterland (NLB) – Therwil (NLB) 0:3. Uettligen (1. Liga) – Geneve (NLB) 0:3. Kreuzlingen (1.) – Glarus (NLB) 0:3. Wittenbach (1.) – Fribourg (NLB) 0:3. Riehen (1.) – Aadorf (NLB) 0:3. Amriswil (2.) – Münchenbuchsee (NLB) 0:3. Kerzers (1.) – Kanti Baden (1.) 3:0.


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