Hochdorfer blicken in den Abgrund

2. LIGA INTER ⋅ Hochdorf beendet die Vorrunde auf dem letzten Rang. Die Ausbeute mit nur vier Punkten ist mager. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt besteht weiterhin, trotz einer grossen Hypothek von elf Punkten.
07. November 2017, 00:00

«Es wird verdammt schwierig. Wir müssen uns nichts vormachen. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass wir ein kleines Wunder benötigen», zeigte sich Hochdorfs Captain Alois Bucheli (30, Verteidiger) gefasst. Bucheli, der seine 14. Saison im Fanionteam spielt, kennt die Gründe für die punktemässig enttäuschende Vorrunde: «Wir hatten den einen oder anderen Verletzten zu beklagen, doch das ist sicher nicht der Hauptgrund. Offensiv fehlte die Durchschlagskraft, die Kaltschnäuzigkeit. Wir sind nicht kaltblütig genug und müssen halt noch den einen oder anderen Schritt mehr machen. Das Torverhältnis von 8:29 sagt alles.»

Spielerisch dagegen hätte man, wie Bucheli betonte, keine schlechte Figur abgegeben und bis auf zwei, drei Partien mit jedem Gegner mithalten können. Dass dies so ist, zeigen einige Resultate. Fünf Mal verloren die Seetaler mit einer Differenz von einem Tor. Bucheli: «Wir waren oft nahe dran. Letztlich waren es Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachten.»

Fehlendes Erfolgserlebnis

«Trotz der scheinbar aussichtslosen Tabellensituation werden wir alles daransetzen, dass wir bis zum 26. Spieltag um den Verbleib in der 2. Liga interregional spielen können», gab sich FCH-Schlussmann Patrick Schmidt nach der 0:1-Niederlage gegen Mitkonkurrent Ascona kämpferisch. Einen Vorgeschmack diesbezüglich lieferten die Seetaler im Duell gegen die Tessiner, die vom früheren italienischen Fussballprofi Mauro Ganz (49) trainiert werden. Die Seetaler stemmten sich mit grossem Kampf gegen den drohenden Abstieg und zeigten teilweise gutes Kombinationsspiel und schnelle Angriffsauslösungen. Überragend war der 26-jährige Schmidt, der Erfahrung aus der Challenge League (Wohlen) und 1. Liga (Schötz) mitbringt. Er war auch einer der auffälligsten Seetaler im Spiel gegen die Südschweizer. Er parierte ein halbes Dutzend an hochkarätigen Torchancen. Hochdorfs Trainer Herbert Baumann (53): «Ein Punkt, wenn er uns auch in der jetzigen Lage wenig bringt, wäre verdient gewesen. Der Zähler hätte ein kleines, aber wichtiges Erfolgserlebnis bedeutet.»

Zukunft mit Herbert Baumann ist noch offen

Letztmals erlebten die Seetaler das Gefühl eines Sieges am 26. September (1:0-Sieg über Locarno). Bucheli: «Ein Sieg würde die Blockade lösen. Wenn du über eine längere Periode verlierst, ist das auch ein Problem für die ganz jungen Akteure. Sie trainieren hart, machen ihren Job am Spieltag gut und am Ende gibt es keinen Lohn. Das ist schwierig.»

Bitter ist es auch für Baumann, der nach der Trennung von Pascal Bader das Traineramt bis Ende Vorrunde übernommen hatte und in seinem vierten Spiel sieglos blieb. Ob der ehemalige Profifussballer des FC Luzern (wurde in der Saison 1988/89 Schweizer Meister) in Hochdorf bleibt, wird sich in diesen Tagen klären. Die Spieler würden es begrüssen, wenn Baumann weitermachen würde. Bucheli stellvertretend: «Seine Handschrift ist bereits erkennbar. Er lebt mit und für den Fussball. Seine Trainings sind sehr professionell gestaltet. Ich würde es begrüssen, wenn er bleibt.»

Am Samstag (16.00) muss Hochdorf auswärts beim sechstplatzierten Dornach (2. Liga inter, Gruppe 3) anlässlich der 1. Vorrunde in der Schweizer Cup-Qualifikation antreten. Co-Präsident Jürg Wicki (47): «Wir werden die Vorrunde nach dem Dornach-Match gemeinsam analysieren und dann eine Entscheidung im Sinne aller Beteiligten treffen.» Und wie gefällt es Baumann in Hochdorf? «Sehr gut. Dieses junge Team weiter zu trainieren, wäre sicher eine reizvolle Aufgabe und eine schöne Herausforderung für mich.»

Michael Wyss

regionalsport@luzernerzeitung.ch


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