Menznaus Motor stottert

KORBBALL ⋅ Nach dem Aufstieg in die NLB der Sommermeisterschaft starteten die Frauen vom SKTV Menznau in die Innerschweizer 1.-Liga-Meisterschaft. Mit mässigem Erfolg.
28. November 2017, 00:00

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Der erstmalige Aufstieg in die NLB im Sommer war der grösste Erfolg für Menznau. Celine Villiger erinnert sich: «Alle werweisten, was wollen denn die Menznauer an diesem Aufstiegsturnier? Dann gewannen wir Spiel um Spiel, und zuletzt hängte der Plämpel um den Hals.» Von diesem Aufstieg wollten die von Trainer Edgar Wicki betreuten Menznauerinnen den Flow mit in die Wintermeisterschaft nehmen.

Die Ausbeute nach den ersten drei Partien ist nach zwei Niederlagen gegen die «Grossen» Wettingen (3:8) und Wolfenschiessen (2:6) sowie dem 8:3-Sieg über Aufsteiger Escholzmatt «gerade noch akzeptabel», wie sich Captain Rahel Boog ausdrückte. «Nein, das war nicht die Leistung, die ich von meinem jungen Team mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren erwartete. Dieses kann klar besser spielen», resümierte der seit zehn Jahren als Trainer amtierende Edgar Wicki. Sein Problem: «Wegen der Abwesenheiten durch Studium und beruflichen Ausbildungen können wir selten komplett trainieren und so nicht die Automatismen erarbeiten, die nötig sind, um erfolgreich zu sein.» Dieses Manko wurde besonders in den beiden Startspielen gegen die stark verteidigenden Wettingen und Wolfenschiessen offensichtlich, als man zu zögerlich und ohne zündende Ideen agierte.

Selbstkritische Spielerinnen

Der Trainer, der trotz der Jugend mit einem «sehr ehrgeizigen und zielstrebigen Team» arbeiten kann, legt grossen Wert auf die Eigenverantwortung seines Teams. Es war faszinierend, zuzuhören, wie engagiert jede Spielerin ihre Meinung nach dem verlorenen Match gegen Wolfenschiessen einbrachte. «Es bringt nichts, wenn nur der Coach redet. Wenn es nicht läuft, dann muss auch die Mannschaft nach Lösungen suchen», ist das Credo des zielorientierten und primär strengen Übungsleiters, der sich aber auch locker geben kann. Nach dem letztjährigen 8. Rang will Menznau in der zweiten 1.-Liga-Saison besser abschneiden. «Ein guter Mittelfeldplatz sollte schon herausschauen», setzt die mit 26 Jahren teamälteste Celin Villiger zum Ziel. Dank dem 8:3-Sieg über Aufsteiger Escholzmatt haben die Menznauerinnen das Minimalziel erreicht und sind auf einem guten Weg. «Denn gegen die beiden Startgegner durften wir verlieren, obwohl ich mit der spielerischen Leistung nur bedingt zufrieden war», bilanzierte Wicki die erste Runde.

Mit Wolfenschiessen und Wettingen haben sich die Favoriten an die Tabellenspitze gesetzt. In Lauerstellung befinden sich Dottikon und Urtenen, das die letzte Ausgabe als Sieger beendete.

Frauen, 1. Liga

1. Spieltag: Wolfenschiessen – Küssnacht 5:4. Escholzmatt – Menznau 3:8. Urtenen – Dottikon 6:7. Schwyz – Unterkulm 3:11. Escholz­matt – Dottikon 6:6. Menznau – Wolfenschiessen 2:6. Schwyz – Urtenen 10:14. Willisau – Wettingen 3:5. Wettingen – Küssnacht 9:5. Unterkulm – Willisau 1 5:11. Dottikon – Schwyz 4:0. Wolfenschiessen – Escholz­matt 11:0. Willisau – Urtenen 6:10. Wettingen – Menznau 8:3. Küssnacht – Unterkulm 6:6.

Rangliste (alle 3 Spiele): 1. Wolfenschiessen 6. 2. Wettingen 6. 3. Dottikon 5. 4. Urtenen 4. 5. Unterkulm 3. 6. Willisau 2. 7. Menznau 2. 8. Küssnacht 1. 9. Escholzmatt 1. 10. Schwyz 0.


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