Nottwil hat den Abstieg gut verkraftet

3. LIGA, GRUPPE 2 ⋅ Nottwil bodigt Eich im Sempachersee-Derby gleich mit 6:0. Das Resultat spiegelt auch die momentane Tabellensituation der Teams.
10. Oktober 2017, 00:00

«Ich bin zufrieden mit dem ersten Qualifikationsdrittel. Wir mischen oben mit, das war nicht zu erwarten», freute sich Nottwils Spielertrainer Heinz Schumacher (38). Verständlich seine Aussage. Nottwil, aktueller Absteiger aus der zweiten Liga, ist der Gejagte in der Gruppe 2. Schumacher, der die letzten sechs Jahre in Wolhusen als Spielertrainer amtete: «Es ist nicht einfach, wenn du jedes Wochenende auf dem Papier der Favorit bist. Doch meine Spieler sind mental stark und haben das bisher ganz gut gemeistert. Chapeau.» Mit sechs Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage stehen die «Seesterne» (so werden die Nottwiler auch genannt) auf dem zweiten Rang. Auch das Torverhältnis von 28:8 zeigt die Stärken auf.

Ist Nottwil nun Aufstiegskandidat? «Wir haben uns als Neuling das Ziel gesteckt, vorne mitmischen zu wollen. Es wäre natürlich schön, wenn wir bis am Schluss um die Plätze 1 und 2 mitspielen könnten. Daraus machen wir kein Geheimnis», gesteht der 23-jährige Stürmer Christian Estermann. Das Nottwiler Eigengewächs mit 8 Saisontreffern, das Erfahrung aus der 2. Liga inter (Sursee) mitbringt: «Ich habe den Aufstieg in der Saison 2014/15 von der dritten in die zweite Liga in Nottwil hautnah als Spieler miterlebt. Das zu wiederholen, ist ein grosser Wunsch – ein Traum.» Auch im IFV-Cup sind die Nottwiler noch dabei. Im Achtelfinal (Dienstag, 17. Oktober, 20.00, Bühlwäldli) trifft der Aussenseiter auf den Zweitligisten Willisau. Estermann: «Unser Ziel ist es, im Cup zu überwintern.» Diesen Wettbewerb gewann Nottwil einst: in der Spielzeit 2013/14 besiegten die «Seesterne» im IFV-Cup-Final Küssnacht (2. Liga) 4:1 nach Verlängerung.

Zurück zum neuen Cheftrainer. Was motivierte den in Malters wohnhaften Schumacher eigentlich, von Wolhusen an den ­Sempachersee zu wechseln? «Nottwil ist ein ähnlich geführter Verein wie Wolhusen. Eine interessante Adresse. Sympathisch war mir, dass das Team aus Eigengewächsen und jungen Spielern besteht. Das hat mich gereizt. Nottwil ist eine grosse Herausforderung für mich.»

SC Eich in personeller Not

«Es ist eine schwierige Situation. Ich konnte bisher nie aus dem Vollen schöpfen. Dann wird es halt schwierig, in dieser Liga eine gute Figur abgeben zu können. Die Qualität wäre sicher vorhanden für diese Liga», glaubt Eichs Trainer Michael Kaufmann (31), der in der Winterpause das Team übernahm. Die Ausfälle sind gravierend: Gleich drei Akteure haben einen Kreuzbandriss zu beklagen. Kaufmann: «Wir haben einen ­guten Mix in der Mannschaft aus jüngeren und älteren Spielern. Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Liga bleiben. Auch wenn wir momentan personell auf dem Zahnfleisch laufen.» Mit acht Punkten können sich die Eicher derzeit auf Rang neun halten. Co-Präsident David Häller (31): «Wir wussten, dass es ein schwieriges Jahr wird. Im Sommer haben uns acht ­Spieler verlassen, dazu kamen sieben Neuzuzüge. Ein grosser Umbruch.» Wie wichtig ist es, dass man sich in der 3. Liga halten kann? «Sehr wichtig. Die Konkurrenz in der Region ist gross. Zudem haben wir keine A- und B-Junioren. Als kleiner Verein müssen wir attraktiv und eine interessante Adresse bleiben. Das ist in der 3. Liga sicher möglich.»

Michael Wyss

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Stürmer FC Nottwil


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