Spektakel im Schwesternduell

VOLLEYBALL ⋅ Die NLB-Frauen von Volley Luzern sind nicht zu stoppen – 3:0-Sieg gegen die Volleya Obwalden. Damit war nach Spielschluss aber nur eine der beiden Krummenacher Schwestern zufrieden.
14. November 2017, 00:00

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Das NLB-Derby der Frauen hatte es in sich. Auf der einen Seite Volley Luzern, das noch ungeschlagen als Leader grüsste. Auf der anderen Volleya Obwalden, welches als Aufsteiger in der neuen Umgebung noch nicht so recht angekommen ist, aber gewillt war, am Leaderthron zu rütteln. Der Aufmarsch der Fans war gross, die Stimmung ausgelassen und die Spielzüge begeisternd.

Und dann war da noch ein weiteres Highlight: Das brisante Schwestern-Duell der Krummen­achers auf den Libera-Positionen. Eirin, mit 16 Jahren die Jüngere, kämpfte für Volley Luzern um jeden Ball, die vier Jahre ältere Lena versuchte bei den Obwaldnerinnen, die Bälle im Spiel zu halten. Mitten drin waren die Eltern, welche abwechslungsweise ihre Daumen für die beiden Kids drückten. «Ja, es ist für uns schon speziell. Es macht aber auch Freude, mit den beiden Töchtern mitzufiebern», erzählte Mutter Gabriela. Und Vater Daniel, emotional hochgeladen, ergänzte: «Es ist doch toll mitanzusehen, wie sich die beiden ins Zeug legen.»

Obwaldnerinnen sind klar unterlegen

Das bessere Ende hatte Eirin, welche mit ihrer Mannschaft klar 3:0 gewinnen konnte. «Ich freute mich riesig auf dieses spezielle Spiel, war aber auch total nervös und angespannt», meinte die quirlige 16-Jährige nach der Partie. Die Luzernerinnen von Trainer Dusan Jarotta waren von Beginn an hellwach, hoch konzentriert und dominierten den ersten Satz mit 25:13 klar.

Im zweiten Set konnte Volleya vermehrt Gegenwehr bieten. Der Obwaldner Trainer Nik Buser hielt fest: «Wenn unsere Services klappten, konnten wir die Luzernerinnen unter Druck setzen und zeigten dann auch gute Ansätze.» Doch am Ende hatte Luzern, auch dank der Klasse und Erfahrung einer Leona Neumannova, Korina Perkovac, Sandra Gehrig oder Magdalena Hofstetter, nach einem 22:22-Spielstand mit 25:22 die Nase vorne. Im dritten Spielabschnitt (25:17) sah man beidseits wieder viele tolle Spielzüge. Doch dem Power-Volleyball des Leaders hatte Volleya Obwalden nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen.

Trotz dieser Niederlage und nur fünf Punkten auf dem Konto lässt sich Volleya-Trainer Buser nicht kleinkriegen: «Luzern war der ganz klare Favorit. Doch wir sind auf einem guten Weg. Die positiven Resultate werden schon noch folgen.» Und nun zurück zum Schwestern-Duell: Die 20-jährige Dentalassistentin Lena Krummenacher hatte in dieser Partie ganz klar die delikatere Aufgabe zu lösen als Eirin, welche noch drei Jahre die Freis-Schule besucht. Sie musste sich den kraftvollen Angriffen der Luzernerinnen erwehren und erfüllte diese knifflige Libera-Aufgabe bravourös. Mutter Gabriela stolz: «An den Liberas lag es nicht. Beide haben hervorragend gespielt und alles gegeben.» Lena musste die Überlegenheit der Luzernerinnen anerkennen. «Wir standen praktisch das ganze Spiel wegen deren dynamischen Spielweise unter Druck. Und da auch meine Schwester Eirin bombastisch und voll fokussiert spielte, war für unser Team nichts zu holen.»

Sie lässt sich, wie auch das gesamte Team, ob dem nicht wunschgemässen Saisonauftakt nicht entmutigen. «Wir können klar besser Volleyball spielen, als wir dies gegen den Leader und in einigen knappen Partien zuvor gezeigt haben.»

Frauen, NLB

Ostgruppe. 6. Runde: Züri Unterland – Glaronia Glarus 0:3. Volley Luzern – Volleya Obwalden 3:0. Giubiasco – Aadorf 3:1. Toggenburg – Steinhausen 3:2.

Rangliste (alle 6 Spiele): 1. Volley Luzern 15 (18:8). 2. Steinhausen 12 (15:12). 3. Toggenburg 11 (15:11). 4. Aadorf 11 (15:12). 5. Giubiasco 10 (14:13). 6. Glarus 7 (12:14). 7. Volleya Obwalden 5 (8:15). 8. Züri Unterland 1 (6:18).

Volley Luzern – Volleya Obwalden 3:0

Säli. – 100 Zuschauer. – SR Bärtsch/Da Conceicao. – Spieldauer: 60 Minuten. – Sätze: 25:13, 25:22, 25:17. – Luzern: Hofstetter, Perkovac, Smiljkovic, Wicki, Gehrig, Neumannova, Eirin Krummenacher (Libera); Jarotta, Schoch, Baumann, Wigger (Libera). – Obwalden: Abegg, Wirz, Zumstein, Spichtig, Rohrer, Abächerli, Lena Krummenacher (Libera); Böbner, Garovi, Iten, Schulz, Andermatt.

Westgruppe. 6. Runde: Therwil – Fides Ruswil 2:3. Val-de-Travers – Gerlafingen 3:0. Münchenbuchsee – Geneve Volley 3:2. Neuchâtel II – Fribourg 3:2.

Rangliste (alle 6 Spiele): 1. Münchenbuchsee 15 (17:5). 2. Geneve Volley 13 (15:6). 3. Val-de-Travers 12 (15:10). 4. Therwil 10 (12:10). 5. Neuchâtel II 8 (11:14). 6. Fribourg 6 (9:14). 7. Fides Ruswil 4 (8:17). 8. Gerla­fingen 4 (5:16).


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