Tagessiege gehen in Kanton Uri

BERGLAUF ⋅ Das gab’s noch nie bei der Zentralschweizer Berglaufmeisterschaft: Der Berglauf Malters–Mösere wird von einem Ehepaar gewonnen – er der schnellste Mann, sie die schnellste Frau.
12. September 2017, 00:00

Kurt Liembd

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Remo und Bernadette Betschart aus Bürglen UR heissen die beiden Tagessieger des Malters-Mösere-Berglaufes, der am Sonntag stattfand. Er war bereits der achte von zehn Bergläufen innerhalb der laufenden Zentralschweizer Berglaufmeisterschaft. 81 Läufer und 3 Walker nahmen die 11,3 Kilometer lange Strecke mit 825 Höhenmetern unter die Füsse. Der Start erfolgt im Dorf Malters, führt erst nach Schwarzenberg und danach hinauf bis zur Mösere-Berghütte, wo sich das Ziel befindet.

Auch wenn es beim Start noch leicht regnete, tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Denn wer ein richtiger Bergläufer ist, läuft bei jedem Wetter. Eine Sonderleistung vollbrachte Jörg Hammer (35) aus Luzern, der tags zuvor den Jungfrau-Marathon lief und dies in einer meisterhaften Zeit von 4:35:55 Stunden. Trotz diesen Strapazen am Vortag konnte er seine Zeit am Malters-Mösere-Lauf im Vergleich zum letzten Jahr sogar noch um rund 5 Minuten verbessern (1:15:45).

Das OK unter der Leitung von OK-Präsident Daniel Bieri hat auch dieses Jahr wieder ganze Arbeit geleistet. Das Resultat war eine mustergültige Organisation. Einzig das Wetter war nicht optimal, aber das schien die Läufer nicht mal gross zu stören.

Betscharts Form zeigt steil nach oben

Souveräner Tagessieger wurde der 31-jährige Remo Betschart, der das Ziel in 55:33 Minuten erreichte. Sein Sieg kam nicht ganz überraschend, denn Betscharts Form zeigt in letzter Zeit steil nach oben. Bereits am Rütlischwur-Gedenklauf und am Haldi-Berglauf dieses Jahres lief er ganz vorne mit (4./5. Gesamtrang), und am Bannalper-Berglauf siegte er souverän. Es folgte im August der Mountainman auf der Frutt, wo er beim Halbmarathon gar einen Streckenrekord aufstellte. Dies ist umso erstaunlicher, da Betschart nicht als eigentlicher Berglaufspezialist gilt, sondern als ganzheitlicher Sportler. So spielte er früher während zehn Jahren Unihockey und fuhr ebenso erfolgreich Motocross mit Seitenwagen. Erst danach begann er mit Bergläufen und Bergmarathons.

Der medizinische Masseur mit eigener Praxis ist auch als Laufcoach tätig und beruflich vom menschlichen Körper fasziniert. «Gesundheit ist Harmonie in Körper und Geist», lautet sein Credo als Sportler, Bergläufer und Masseur. Seit Frühling dieses Jahres ist er verheiratet mit Bernadette Betschart-Gisler, der Tagessiegerin der Frauen. Wurde sie letztes Jahr in Malters noch Zweite hinter der Kernserin Alexandra Wallimann (23), gelang ihr diesmal der Sieg. Dabei konnte sie gar ihre letztjährige Zeit um volle eineinhalb Minuten ver­bessern (1:11:02). Diese Leistungssteigerung ist nicht ganz überraschend, denn Bernadette Gisler gewann dieses Jahr bereits den Mountainman-Halbmarathon sowie den K23 am Swiss­alpine in Davos – ein Bergrennen über 23 Kilometer.

Podest nur von Innerschweizern besetzt

Nicht nur das Ehepaar Betschart aus Uri zeigte eine starke Leistung, sondern auch Sportler aus der Umgebung. Den zweiten Gesamtrang bei den Männern erreichte Tobias Baggenstos (25) aus Gersau (57:15 Minuten), auf dem dritten Platz landete Yannick Beeler (19) aus Rothenthurm (59:58 Minuten). Der zweite Platz bei den Frauen gelang der Einheimischen Silvia Buholzer (45) aus Schwarzenberg (1:18:35), auf dem dritten Gesamtrang findet man Esther Dissler (33) aus Luzern (1:20:08).

Hinweis

Rangliste: www.sc-malters.ch


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