Universiade in Luzern im Fokus

EISKUNSTLAUF ⋅ Lauren Schnydrig läuft am Pilatus-Cup in Luzern auf den vierten Rang. Zufrieden ist die 22-jährige Luzernerin damit nur wegen besonderer Umstände.
05. Dezember 2017, 00:00

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Den Saisonstart hat sich Lauren Schnydrig anders vorgestellt. Anstatt im September die ersten Wettkämpfe zu bestreiten, musste sie sich die Mandeln herausoperieren lassen. «Da ich in den letzten Jahren immer wieder über Angina zu klagen hatte, wurde der Eingriff nötig», erklärt die 22-Jährige. Zwei Monate habe sie keinen Sport treiben dürfen, erst am letzten Wochenende, am 3. Pilatus-Cup im Eiszentrum im Luzerner Tribschen-Quartier, hat sie ihr Comeback geben können.

Den Regionalwettbewerb beendete sie dabei mit 89,71 Punkten auf dem vierten Platz. Ein Ergebnis, das sie mit gemischten Gefühlen betrachtet. «Sicher hätte mein Einsatz nach der Pause richtig in die Hosen gehen können. Ich weiss aber auch, dass ich Potenzial nach oben habe. Da ich zuletzt wenig trainiert habe, bin ich damit aber zufrieden.»

Vom Wallis über Engelberg und Luzern ins Aargau

Im Wallis geboren und im Alter von vier Jahren mit den Eltern nach Engelberg gezogen, kam sie früh mit dem Eiskunstlauf in Kontakt. «Meine Mutter machte früher Ballett, und da dies in Engelberg nicht möglich war, meldete sie mich bei etwas Ähnlichem an. Seither bin ich dabei geblieben», erzählt Schnydrig, die mittlerweile in Boniswil im aargauischen Teil des Seetals wohnt. Am Eiskunstlauf fasziniere sie die Kombination zwischen künstlerischem Ausdruck und sportlicher Fleissleistung.

2012 wechselte sie zum Eisklub Luzern, um sich intensiver fördern zu lassen. Während ihr die ehemalige Trainerin Vreni Beck im ISC Engelberg den Sinn für harte Arbeit und das eigene Körpergefühl lehrte, ermöglicht ihr der aktuelle Coach Iwo Svec den Mangel im künstlerischen Bereich zu kompensieren. «Zudem habe ich mich mit dem ­Erlernen von zwei Dreifachsprüngen auch technisch steigern können.» Ihr Vorbild ist die Amerikanerin Ashley Wagner, «nach ihren Vorführungen bin ich jeweils baff. Mit ihrem Gesamteindruck hebt sie sich ab, sie ist ein Unikat.»

Das Prädikat «Unikat» beansprucht Lauren Schnydrig auch ein wenig für sich. «Ich habe für meine Choreografien schon früh auf moderne und weniger auf klassische Musik gesetzt. Mir war es wichtiger, das zu tun, was mir gefällt, anstatt in ein Schema zu passen.» Sie ziehe ihr Ding durch, sei schon immer sehr selbstständig gewesen und lasse sich nicht so einfach unterkriegen. Auch nicht von schwierigen Trainingselementen. «Wenn etwas nicht funktioniert und der Trainer mir rät, vorübergehend etwas anderes zu machen, bleibe ich trotzdem dran, übe weiter, bis die Vorführung sitzt.»

Noch befindet sich Schnydrig nicht in Topform, in 12 bis 15 Trainingsstunden pro Woche arbeitet sie konsequent an ihrer Entwicklung. Als nächstes möchte sie an den Schweizer Meisterschaften im Januar eine gute Figur machen und den fünften Platz aus dem Vorjahr verbessern. Und sie will ihren Status von Intergold auf Gold hieven. Was das bedeutet? «Ich muss spezielle Testanforderungen beherrschen und diese vorführen. Zweimal scheiterte ich zuletzt daran.» Schafft sie den Gold-Status, tritt sie fortan an nationalen Titelkämpfen bei der Elite und nicht nur in der zweithöchsten Kategorie an.

Im nächsten Jahr mit dem Sprachstudium starten

Mittelfristig strebt die junge Frau die Teilnahme an der Winteruniversiade in Luzern 2021 an. Neben sportlichen Fortschritten muss sie hierzu ein Studium beginnen. Nach ihrem KV-Abschluss an der Talents School der Frei’s Schulen und der wirtschaftlichen Berufsmatura arbeitet sie derzeit bei der Firma Cablex in Inwil im Büro, für nächstes Jahr hat sie den Beginn eines Sprachstudiums im Visier.

Hinweis

Resultate: www.eisklub-luzern.ch


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