Nachgefragt

«Vielleicht hatte ich zu viel Respekt»

09. Januar 2018, 00:00

Die Luzerner Langläuferin Nadine Fähndrich (22) lief die Tour de Ski erstmals durch.

Nadine Fähndrich, Sie belegen im Tour-Schlussklassement den beachtlichen 19. Rang. Ihre Einschätzung?

Schauen, ob ich das durchhalte – mit dieser Frage im Hinterkopf war ich in diese Serie mit den sieben Rennen gestiegen (schliesslich waren es nur 6 wegen der Sturmabsage in Oberstdorf). Ich wollte es versuchen, aber nichts erzwingen. Und dann glückten mir ansprechende Resultate, gute Leistungen, und der Körper spielte mit. Der 19. Schlussrang ist nicht schlecht.

Er ist erstaunlich, zumal Ihnen der Auftakt in Lenzerheide nicht sonderlich geglückt ist.

Ja, es lief nicht alles nach Wunsch. Ich hatte mir im Sprint zum Tour-Start (13.) mehr erhofft. Und das Klassisch-Distanzrennen an Silvester (34.) war auch nicht optimal. Es hatte bei weitem nicht die Qualität von jenem ein Jahr zuvor im Münstertal (4.). Was ich danach zeigte, ging in Ordnung. Ich konnte mich im Gesamtklassement nach vorne arbeiten.

Wie erlebten Sie die Schlussetappe im Val di Fiemme mit dem Aufstieg auf der Skipiste und über 400 Höhenmetern auf wenige Kilometer?

Das war nicht meine Strecke, und es war wirklich hart und mega steil. Aber cool. Ich büsste drei Positionen ein, fiel von Platz 16 auf Platz 19 zurück. Hinterher frage ich mich, ob ich nicht etwas zu viel Respekt hatte und ein wenig zu passiv lief.

Wie fühlen Sie sich jetzt nach diesem strapaziösen Programm?

Müde, aber es ist eine Müdigkeit, die sich im Rahmen hält. Und entscheidend wird sein, dass ich gesund bleibe. Ob diese Tour de Ski auf meine Leistungsfähigkeit im Hinblick auf die U23-WM im Goms und die Olympischen Spiele Vor- oder Nachteile bringt, zeigt sich in den kommenden Wochen.

Wie geht es nun weiter?

Zwei, drei Tage gehören der Erholung, ohne Ski an den Füssen. Und dann geht es gleich weiter nach Dresden, wo im Weltcup das nächste Sprintrennen ansteht. Ich bin gespannt, wie mein Körper reagiert.

Interview: Jörg Greb

regionalsport@luzernerzeitung.ch


Anzeige: