Vom letzten Platz auf das Podest gefahren

MOUNTAINBIKE ⋅ Alessandra Keller zeigt an den Weltmeisterschaften in Australien eine unglaubliche Moral. Die Stanserin holt im Cross-Country trotz zweier Defekte die Bronzemedaille.
12. September 2017, 00:00

Was für ein Rennen von Alessandra Keller im australischen Cairns: Die Startrunde im U23-Rennen der Frauen im Cross-Country hatte es in sich. Vor Keller touchierten zwei Kontrahentinnen und stürzten. Die gebürtige Stanserin hatte keine Chance auszuweichen und stürzte. Dabei wurde die elektronische Schaltung derart beschädigt, dass sie ausgewechselt werden musste. Keller fiel auf den letzten Platz zurück. Doch damit noch nicht genug Dramatik in der Startphase. Bei der Aufholjagd erlitt sie noch einen Hinterrad-Defekt und musste auch diesen wieder in der technischen Zone beheben lassen. Erneut fand sie sich auf dem letzten Platz wieder.

Wer nun denkt, dass die junge Nidwaldnerin das Rennen abgeschrieben hatte, der täuscht sich gewaltig. Keller zeigte eine unglaubliche Moral und bewies, wie gut in Form sie ist. Ab der Rennhälfte hatte sie endgültig ihren Rhythmus gefunden und fuhr Rundenzeiten wie ihre Landsfrau Sina Frei, die sich später zur U23-Weltmeisterin küren lassen durfte. So machte Keller Platz für Platz gut und überquerte am Ende als Dritte die Ziellinie.

«Das Rennen ist erst zu Ende, wenn du an der Ziellinie bist. Ich bin einfach gefahren und habe erst in der letzten Runde realisiert, dass ich auf Rang 3 liege», kommentiert Keller ihre grossartige Leistung. «Ich glaube, ich bin am vergangenen Samstag eines der besten Rennen meines Lebens gefahren. Ich bin mit meiner Leistung brutal zufrieden. Es wäre noch viel mehr drin gelegen.»

Nach WM-Bronze im letzten Jahr konnte die Stanserin in Australien diesen Erfolg bestätigen. Bis heute erkämpfte sich Keller an Welt- und Europameisterschaften insgesamt sechs Medaillen, was das grosse Talent der Mountainbikerin eindrücklich unter Beweis stellt. (pd/fh)


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