6 Millionen Franken für historisches Haus

12. Mai 2017, 00:00

Altstadt Luzern Das Stadtparlament bewilligte einen Kredit von 6 Millionen Franken zur Sanierung des denkmalgeschützten Am-Rhyn-Hauses. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Gebäude neben dem Rathaus steht seit 2008 grösstenteils leer und hat massivste statische Probleme. Alle Parteien zeigten sich erleichtert, dass «das Altstadt-Bijou an bester Lage» nach Jahren der Ungewissheit nun endlich gerettet werden kann. Der Stadtrat musste sich aber auch Kritik anhören. «Der Stadtrat brauchte fast zehn Jahre, um ein Projekt auszuarbeiten», bemängelte Rieska Dommann (FDP).

Kritisiert wurde auch das neue Nutzungskonzept. Es sieht vor, dass das Am-Rhyn-Haus auch künftig nur beschränkt öffentlich zugänglich sein soll. Die historischen Räumlichkeiten sollen einerseits an Private vermietet werden, ein Teil soll zudem für Hochzeitsapéros oder private Feste genutzt werden. «Es stört mich massiv, dass man mit dem Haus nicht mehr machen kann», sagte Christian Hochstrasser (Grüne). Ihn ärgert auch, dass man ganz offenbar dem Denkmalschutz viel grössere Priorität einräumte als den Fragen zur künftigen Nutzung. Auch Rieska Dommann fand, dass man den denkmalschützerischen Aspekten viel Platz einräumte im Vergleich zu anderen wichtigen Überlegungen – allen voran der Energieeffizienz: «Das Sanierungsprojekt sieht eine Gas- und Elektroheizung vor. Massnahmen zur Energieeffizienz waren schlicht kein Thema. Bei Denkmalschutzfragen zieht man ganz selbstverständlich Experten bei. Eine solche Kultur fehlt in der Stadtverwaltung, wenn es um Energiefragen geht.» Die Anliegen von Denkmalschutz und Energiesparen seien nicht immer einfach, räumte Baudirektorin Manuela Jost (GLP) ein. Jost gab den Ball weiter an den Kanton: Sie vermisse klare Leitlinien für die energetische Sanierung von historischen Gebäuden. (rk)


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