Anwohner wollen Bau der Hundewiese stoppen

FREILAUFZONE ⋅ Gegen die geplante Freilaufzone für Hunde im Churchill-Park gehen Nachbarn auf die Barrikaden. Eine IG Churchill droht der Stadt gar mit einer Klage.
19. April 2017, 00:00

Wenn es um des Menschen besten Freund geht, liegen Interessen und Ansichten oft weit auseinander. Dies ist Leserbriefen zu den geplanten Freilaufzonen im Luzerner Churchill-Park und beim Richard-Wagner-Museum zu entnehmen.

Auch Politiker sowie mehr oder weniger betroffene Leute nehmen sich des Themas an. Nachdem die CVP kürzlich kritische Fragen an den Stadtrat gerichtet hat (Ausgabe 7. April), wehrt sich nun die IG Churchill – ein Zusammenschluss rund 30 besorgter Anwohner – gegen den geplanten Bau der Hundewiese.

«Stadt setzt sich über geltendes Recht hinweg»

Die Einrichtung der Hundefreilaufzone im Churchill-Park beruht auf einem Beschluss des Stadtrates und ist bereits teilweise umgesetzt. Die neuen Hecken als Abgrenzung sind gepflanzt und die Fundamente für zusätzliche Sitzbänke erstellt. Was noch fehlt, ist die Signalisation.

Die IG fordert den sofortigen Stopp der Bauarbeiten. «Die Stadt setzt sich mit dem Bau über geltendes Recht hinweg. Es wird eine Hundefreilaufzone gebaut, obwohl es ausnahmslos verboten ist, in Pärken Hunde frei laufen zu lassen», teilte die IG mit. Abklärungen bei der Rechtsabteilung des Luzerner Gesundheits- und Sozialdepartements hätten ergeben, dass die Rechtslage keine Ausnahmen von der Leinenpflicht in Pärken zulasse. Die Stadt habe das indirekt bestätigt, da sie eine Änderung der Hundeverordnung beim Regierungsrat beantragt habe.

Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei, erklärt, dass der Stadtrat die Einrichtung einer Hundefreilaufzone im Rahmen eines Pilotversuchs als rechtmässig erachtet. «Der Stadtrat hat beim Regierungsrat um eine Ergänzung der entsprechenden Verordnung ersucht. Mit dieser soll eine Ausnahme für die Leinenpflicht explizit verankert werden, welche nach geltendem Recht bereits heute möglich ist.» Geltendes Recht würde durch die Anpassung der Verordnung nicht geändert, sondern nur verdeutlicht. Die Meinungsfindung in dieser Angelegenheit ist bei den zuständigen Stellen im Kanton im Gange. Das Resultat steht noch aus, heisst es auf Anfrage. «Mit dem Pilotprojekt von zwei neuen Freilaufzonen will der Stadtrat den unbefriedigenden Zustand betreffend Hundehaltung im öffentlichen Raum verbessern und ein friedliches Nebeneinander von Hund und Mensch ermöglichen», so Suter.

Die IG Churchill glaubt, dass der Regierungsrat die Hundeverordnung nicht ändert. «Das kantonale Hundegesetz fordert den Schutz der Öffentlichkeit. Rudel von frei laufenden Hunden in einem Park widersprechen diesem Gebot.» Ziel der IG sei, die öffentliche Sicherheit im Churchill-Park zu erhalten und Konflikte zu vermeiden. «Wir fordern die ununterbrochene Umzäunung einer Freilaufzone und eine Entflechtung von den Spazier­wegen, aber keine unsichere Variante», sagt IG-Sprecher Pascal Kalbermatten. Da die Stadt keine Kompromissbereitschaft bezüglich der Sicherheit zeige, bleibe nur der juristische Weg: eine Klage beim Kantonsgericht.

Dem Stadtrat sei die Sicherheit der Bevölkerung im öffentlichen Raum ein wichtiges Anliegen, sagt Cornel Suter. «Er kann auch in der heutigen Situation nicht ­garantieren, dass Hundebisse vermieden werden.» Nun hoffe der Stadtrat, dass es mit der klaren Zuweisung des Hundefreilaufs in definierten Zonen und dem besseren Schutz der übrigen Flächen zu weniger Verletzungen als heute kommen werde.

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch


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