«Auch Luzern hat eine kleine Modeszene»

MODE ⋅ Suzanna Vock (46) ist Luzerner Modedesignerin und am Samstag prominenter Gast beim «Fashion Day for Generations». Sie freut sich über den hiesigen Nachwuchs und hat selbst noch grosse Pläne.
13. Oktober 2016, 00:00

Suzanna Vock, wie sieht es in Luzern mit der Modeszene aus?

Es gibt sicher auch hier Leute, die in dieser Branche kreativ wirken. Ich bin allerdings lokal nicht mehr so vernetzt und orientiere mich international. Doch ich bin mir sicher, dass sich Gruppen mit Grafikern, Künstlern oder Fotografen treffen, weil sie einander brauchen, so dass man auch in Luzern von einer kleinen Modeszene sprechen kann. Vor 24 Jahren, als ich mit meiner Karriere startete, existierte in der Schweiz in Sachen Mode überhaupt nichts – und in Luzern schon gar nicht.

Sie sind Gründerin des «Gwand Fashion Festivals», das 1993 ins Leben gerufen wurde und bis 2004 jährlich mit grossem Erfolg stattfand. Was hat es mit dem Gerücht auf sich, Sie möchten «Gwand» wiederbeleben?

Dem ist wirklich so. Ich bin daran, genügend Partner zu finden. Es haben bereits diverse Gespräche stattgefunden. Geplant ist der nächste «Gwand»-Anlass im Herbst 2017. Er wird drei bis vier Tage dauern und in der Innerschweiz über die Bühne gehen. Es sind auch einige Neuerungen wie diverse Preisverleihungen vorgesehen. Im Moment stehen die Chancen für 2017 gut, und ansonsten starten wir 2018.

Weshalb haben Sie im Jahre 2005 mit der Organisation von «Gwand» aufgehört?

Ich war damals schwanger und habe mich entschieden, eine Auszeit zu nehmen, um meine Kinder aufzuziehen, sodass sich eine Pause anbot. Diese hat mir persönlich und schöpferisch sehr gutgetan.

Am Samstag findet zum zweiten Mal ein «Fashion Day For Generations», organisiert von LU Couture, statt. Sie selbst werden als Gast dabei sein. Wie stehen Sie zu LU Couture?

Ich finde es gut, wie die jungen Leute in den Lehrateliers in Willisau und Luzern ausgebildet werden. Es herrscht eine fröhliche Stimmung, und die Lernenden freuen sich an ihren Kreationen. Es imponiert mir, dass sie alles selbst anfertigen. Vom Design bis hin zum letzten Nähstich. Und es ist toll, dass das Unternehmen ­einen solchen Anlass wie den «Fashion Day for Generations» organisiert. Er bedeutet für die Schweizer Modewelt mit Sicherheit einen Gewinn.

Was erhoffen Sie sich von diesem Event?

Ich bin sehr gespannt auf die Kollektion, die die jungen Leute präsentieren werden. Ich durfte schon einige Werke begutachten. Diese sind optimal verarbeitet, es steckt wahre Schneiderkunst dahinter. Diese fasziniert mich, da ich Designerin bin und nicht direkt mit Schneidern in Kontakt komme.

Interview: Astrid Longariello

stadt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Am Samstag findet im KKL der von «LU Couture» organisierte «Fashion Day for Generations» statt. www.lu-couture.ch


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