Bald steht das Fundament fürs Himmelrich

WOHNUNGSBAU ⋅ Das Grossprojekt der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (ABL) nimmt allmählich Gestalt an. Der geplante Bezug wird sich allerdings um mehrere Monate verzögern.

01. Dezember 2016, 00:00

Roger Amberg

roger.amberg@luzernerzeitung.ch

Die Überbauung «Himmelrich 3» ist momentan eine der grössten Baustellen in Luzern. Tag für Tag entsteht hier ein neues Teilstück des 170-Millionen-Projekts, das die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern (ABL) in zwei Etappen bis 2021 realisieren will. Noch ist nicht sehr viel ausser einer grossen Grube zu erkennen, aber dies wird sich schon bald ändern. Die Bauarbeiten zum Monsterprojekt sind nämlich in vollem Gang.

Bauleiter Franz Studer zeigt sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf, auch wenn die Arbeiten ein wenig in Verzug sind: «In der Stadt Luzern sind die Bodenverhältnisse schwierig vorherzusagen, sodass man nie genau weiss, wie der Boden beschaffen ist und wie man mit ihm umgehen soll. Es kann innerhalb von 10 Metern an der einen Stelle Kies und an der anderen Stelle Schlamm haben, und da müssen wir zuerst die Stabilität gewährleisten.» Wegen der Stabilisierungsarbeiten werde sich die Fertigstellung des Projekts ein paar Monate verzögern. Geplant ist, dass die ersten Wohnungen im Herbst 2019 bezugsbereit sind.

Himmelrich soll zur Shopping-Meile werden

255 Wohnungen sollen nach aktuellem Stand im neuen Quartier entstehen, die den Genossenschaftlern vermietet werden. Eine Viereinhalb-Zimmer-Wohnung mit 100 Quadratmetern Fläche soll zukünftig für rund 2000 Franken im Monat erhältlich sein.

Zusätzlich zu den Wohnungen soll das Erdgeschoss der Überbauung an Gewerbebetriebe vermietet werden, wie Benno Zgraggen von der ABL auf Anfrage sagt: «Wir haben ein Konzept zur Erdgeschossnutzung erstellt, in dem wir mit einer möglichst flexiblen Aufteilung der Räume von kleinen bis zu grossen Läden Platz bieten können.» Ziel sei, dass man einen Mix aus verschiedenen Läden anbieten könne: «Wir haben die Vision, dass die Leute ins Himmelrich einkaufen gehen und dort für den täglichen Bedarf alles vorfinden», so Zgraggen. Weiter ist geplant, dass die Claridenstrasse als Fussgängerzone eingerichtet und für Autos gesperrt wird. «Wir wollen Lebendigkeit reinbringen. Haben unsere Genossenschafterinnen und Genossenschafter das Bedürfnis, einen Markt zu organisieren, ist das dort möglich.» Interessenten gäbe es sowohl für die Wohnungen wie auch die Gewerberäume bereits viele. Zu Beginn des nächsten Jahres sollen die Gewerberäumlichkeiten ausgeschrieben werden.

Künstlerische Inszenierung der Baustelle

Neben Kränen und vielen Baufahrzeugen kann man auf der Baustelle aber noch mehr entdecken. Seit Beginn der Bauzeit wird die Bevölkerung mit einer Baustelleninszenierung rund um das Thema Bauen und Genossenschaft informiert. Aktuell können dort Interessierte eine künstlerische Umsetzung mit dem Titel «Du bist das Fundament» besuchen. Vero Bürgi vom Künstlerduo QueenKong, das für die Realisierung verantwortlich war, erklärt die Ausstellung: «Es geht grundsätzlich um das Fundament von Quartieren, Gemeinschaften oder Genossenschaften. Wir wollen hinter die Fenster schauen und uns um die einzelnen Individuen Gedanken machen mit der Botschaft, dass jeder Einzelne wichtig ist.» Bürgi will die Besucher vor allem auf die Wichtigkeit des einzelnen Bausteins sensibilisieren. «Der Besucher soll beim Betreten denken, dass er sich in einem Fundament befindet, sodass er zu einem Teil davon wird.» Die Baustelleninszenierung ist nur ein Teil eines grossen Projekts, welches schon bald auch optisch sichtbar wird.

www. Weitere Bilder von der Baustelle auf: luzernerzeitung.ch/bilder
  • Neue Luzerner Zeitung AG
  • Neue Luzerner Zeitung AG
  • Neue Luzerner Zeitung AG

Das Fundament für das 170-Millionen-Projekt der ABL steht bald. Hier sehen Sie einige Impressionen von der Baustelle.


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: