Der Weg zum sicheren Ufer ist kürzer geworden

VERKEHR ⋅ Die Sanierung der Fussgängerstreifen im Luzerner Hirschmattquartier ist abgeschlossen. Für die Passanten sind die Übergänge dank Mittelinseln übersichtlicher geworden. Dafür reicht der Platz nicht mehr für grosse Fasnachtswagen.
18. April 2017, 00:00

Mehr als 100 Fussgängerstreifen sollen in der Stadt Luzern saniert und sicherer gemacht werden. Dafür hat das Stadtparlament 2015 insgesamt 1,2 Millionen Franken bewilligt. Bis im Jahr 2020 sollen die Arbeiten dauern (wir berichteten).

Eine wichtige Etappe ist nun abgeschlossen. Die stark befahrene Hirschmattstrasse war bisher für Fussgänger nicht ganz einfach zu überqueren – teilweise führten die Fussgängerstreifen über drei Fahrspuren. Es handelte sich dabei um «ausgewiesene Unfallschwerpunkte», wie die Stadt zu Beginn der Bauarbeiten vor etwas mehr als einem Monat mitteilte (Ausgabe vom 9. März). Nun wurde die Situation stark verbessert.

Ein Fussgängerstreifen wurde aufgehoben

Die Stadt hat zwischen Viktoria- und Bundesplatz fünf von sechs Fussgängerstreifen mit einer Mittelinsel ausgestattet. Ein Fussgängerstreifen wurde dagegen aufgehoben – jener nördlich der Murbacherstrasse auf der Rückseite der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB). Dieser habe die meisten Fussgängerunfälle aufgewiesen.

«Für eine ausreichende bauliche Sanierung wären deutlich teurere Eingriffe nötig gewesen», so die Stadt. Die Strasse hätte für die Erstellung einer Mittelinsel «zu Ungunsten des Trottoirs aufgeweitet werden» müssen. Dies wäre nicht verhältnismässig gewesen. Stattdessen sollen die Fussgänger nun den unmittelbar danebenliegenden Übergang südlich der Murbacherstrasse benutzen (siehe Bild). Um den Zugang zu verbessern, hat die Stadt ausgangs der Murbacherstrasse eine sogenannte Trottoirüberfahrt – also eine bauliche Abgrenzung zur Strasse – erstellt.

Jedoch hat die Sicherheit auch ihren Preis – und zwar nicht nur die eingangs erwähnten 1,2Millionen Franken. So müssen die Fasnachtsumzüge künftig höchstwahrscheinlich auf eine neue Route ausweichen.

Dies, weil die grössten Umzugswagen aufgrund der neu erstellten Mittelinseln nicht mehr durch die engen Stellen auf der Hirschmattstrasse passen (Ausgabe vom 13. Januar). Denn der Abstand von den Mittelinseln zum Trottoir beträgt teils nur 3,5 Meter – die grössten Fasnachtswagen können jedoch teils bis zu 4 Meter breit sein. Diese Dimensionen sind im normalen Strassenverkehr zwar nicht zugelassen. Dank einer Sondergenehmigung gibt es an der Fasnacht jedoch eine Ausnahme. Deswegen werden die Umzüge ab 2018 wohl über die Winkelriedstrasse statt über die Hirschmattstrasse führen.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch


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