«Design schenken» sucht neuen Standort

ALTSTADT ⋅ Am Freitag beginnen wieder die Luzerner Designtage in der Kornschütte und – zum letzten Mal – in der Rössligasse. In welcher Form der Anlass nächstes Jahr stattfinden wird, ist noch offen.

30. November 2016, 00:00

Das «Design schenken» ist seit seiner Gründung 2009 stets gewachsen. «Wenn man so einen Anlass organisiert, möchte man natürlich, dass er immer grösser wird. Doch letztes Jahr haben wir gemerkt, dass wir für Luzern zu gross geworden sind.» Die Aussteller seien zu weit voneinander verteilt gewesen, «wir hatten zu viele Standorte. Das haben wir mit einer Umfrage bei den Besuchern erhoben», erklärt Franziska Bründler von Fidea Design, die den Anlass ins Leben gerufen hat. Die Besucher können am Anlass, auch Luzerner Designtage genannt, Produkte von Designern aus der Region kaufen.

Die Aussteller seien zwar zufrieden gewesen, aber für das Publikum war der Aufwand, von Standort zu Standort zu kommen, zu gross. Bründler: «Wir werden uns dieses Jahr wieder auf unsere zwei Hauptstandorte, die Kornschütte und die Fachklasse Grafik in der Rössligasse 12, konzentrieren.» Ergänzt würden diese Lokalitäten durch Räumlichkeiten der Geschäfte Götti+Niederer und Wohnidee Luzern. «Der Anlass konzentriert sich auf die Luzerner Altstadt. «So wird das ‹Design schenken› wieder mehr zu einem Treffpunkt und einem Einkaufserlebnis», sagt Bründler.

Neubad, Südpol oder Viscose?

Doch in der Rössligasse wird der Event zum letzten Mal stattfinden, da die Räume vom Kanton danach anderweitig vermietet werden. «Es schwirren verschiedene Ideen herum. Die Kornschütte ist jedenfalls für die nächsten Jahre reserviert. Aber wir brauchen ja mehr Platz», sagt die Geschäftsführerin. Das Neubad, der Südpol, oder auch Viscosistadt wären mögliche Ausweichorte. «Das wären alles coole Veranstaltungsräume, doch mit der Rössligasse sind wir mitten in der Altstadt, das ist schon toll», sagt Franziska Bründler. Wohin man nächstes Jahr ausweichen wird, entscheiden die Organisatoren im Frühling.

Um die Konzentration auf die zwei Hauptstandorte zu ermöglichen, reduzierte Bründler auch die Zahl der Teilnehmer um rund 15 Prozent. Dieses Jahr machen 70 mit: «Doch es sind wieder sehr viele neue dabei. Die markieren wir auch speziell.» Bei der Auswahl werde auf sauberes Handwerk, Qualität, Professionalität und Lieferbarkeit geachtet. «Und natürlich müssen formale Designaspekte gegeben sein, und die Gesamtmischung muss stimmen.» Schätzungsweise könnte etwa die Hälfte der Teilnehmer von ihrem Handwerk leben.«Die Besucher schätzen die Mischung. Sie suchen schöne Sachen, Produkte, zu denen es eine Geschichte, ein Gesicht und eine Leidenschaft gibt. Dass es Swiss made ist, spricht auch an», ist Franziska Bründler überzeugt.

Design hört sich teuer an. Ist «Design schenken» eine elitäre Veranstaltung für gut situierte Leute? «Nein, es gibt für jedes Portemonnaie etwas. Letztes Jahr war da zum Beispiel ein kleines Mädchen, das hatte 30 Franken gespart, die es mit seinem Papi ausgeben wollte. Auch bei Fidea Design ist das günstigste Produkt eine Postkarte für 2 Franken. Seit Ikea finde ich, dass Design demokratisch ist», lacht sie.

Bei «Design schenken» gibt es nur ein kleines Rahmenprogramm, und die Kulinarik konzentriert sich auf den Innenhof an der Rössligasse. «Im Dezember ist so viel los. Unsere Besucher wollen in erster Linie coole Geschenke einkaufen, nicht Konzerte hören. Darum verzichten wir auf ein aufwendig zu organisierendes Rahmenprogramm», sagt Bründler. Die Besucher würden trotzdem auf ihre Kosten kommen; unter anderem mit einem Workshop des Tüftelwerks Luzern, weiteren Events bei den Nebenstandorten und einem Kaffee des Luzerner Familienunternehmens Rast, der offeriert werde, erklärt die Organisatorin.

Das «Design schenken» findet vom 2. bis 4. Dezember statt. Der Anlass wird zum achten Mal durchgeführt. Sie wartet auch mit einer Neuerung auf. Der Anlass wird in kleinerer Form bis Weihnachten verlängert. Vom 8. bis 24. Dezember gibt es in den Räumlichkeiten an der Rössligasse eine Weihnachtsboutique. Das Motto lautet «Von: Luzern – Für: Dich». «Dabei geht es nicht nur um Design, sondern um die Luzerner Kreativwirtschaft. Alle Leute, die mitmachen wollen, müssen einen Bezug zu Luzern haben», erklärt Franziska Bründler.

Natalie Ehrenzweig

stadt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Infos auf www.designschenken.ch

«Wir brauchen mehr Platz.»

Franziska Bründler

Gründerin «Design Schenken»


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