Nachgefragt

«Die Gemeinde soll das Seebad selber betreiben»

24. November 2016, 00:00

Horw Die Genossenschaft Seebad Horw hat an einer öffentlichen Veranstaltung angedeutet, sich als Pächterin des Seebads zurückziehen zu wollen. Deshalb hat die FDP Horw eine Motion eingereicht, in der sie den Gemeinderat dazu auffordert, Massnahmen für den Fortbestand des Seebads zu treffen (Ausgabe von gestern). Die Präsidentin der Genossenschaft, Susanne Heer, erklärt, warum man den Vertrag mit der Gemeinde kündigen will.

Susanne Heer, das Seebad Horw wird seit 59 Jahren von einer Genossenschaft geführt. Wird diese Zeit nun bald zu Ende gehen?

Heer: Wir visieren eine Kündigung auf Ende 2017 an, aber da gibt es noch verschiedene Komponenten, die zu beachten sind. Wir sind interessiert, dass das Bad nicht einfach aufgelöst wird, sondern dass ein guter Übergang stattfindet.

Wieso möchte man den Vertrag mit der Gemeinde kündigen?

Die Genossenschaft hat über viele Jahre hinweg das Seebad für die Gemeinde zu relativ günstigen Konditionen geführt. Aber diese Art der Führung ist nicht mehr zeitgemäss, der Vorstand kann ein solches Bad nicht mehr ehrenamtlich leiten. Die Führung des Bades muss institutionalisiert werden. Wir sind in der Region das einzige Bad, das noch von Ehrenamtlichen geführt wird.

In der Motion wurden auch Sicherheits- und Finanzfragen angesprochen. Was steckt da dahinter?

Wir kommen an die Grenzen der gesetzlichen Auflagen und der Arbeitssicherheit. Heute braucht es zum Beispiel eine speziell ausgebildete Strandaufsicht. Jedes vergleichbare Bad hat einen vollamtlichen Bademeister. Für uns als Genossenschaft ist das personell und finanziell eine grosse Herausforderung. Da die Anforderungen insgesamt immer mehr steigen und auch in Zukunft noch weiter steigen werden, ist für uns heute der Zeitpunkt gekommen, wo der Badebetrieb grundsätzlich neu organisiert werden muss. Finanziell sind wir heute schon von der Gemeinde abhängig.

Haben Sie in letzter Zeit die Unterstützung der Gemeinde vermisst?

Nein, die Gemeinde hat uns stets finanziell unterstützt. Auch war die Zusammenarbeit mit dem Werkhof und den Immobilien sehr gut. Aber die Gebäude und das Areal sind in die Jahre gekommen, und bauliche Erneuerungen sind unseres Erachtens notwendig. Zudem ist eine Nachfolgeregelung im Vorstand, insbesondere auch für mich als Präsidentin, schwierig. Das Seebad soll inskünftig von der Gemeinde selber betrieben werden. (ram)


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