Dritter Anlauf für Studentenwohnungen

HORW ⋅ Seit vier Jahren will ein Zuger Architekt beim alten Werkhof günstige Wohnungen bauen. Nun sind erstmals alle optimistisch.

17. Oktober 2016, 00:00

Günstige Wohnungen findet man in Horw kaum. Entsprechend attraktiv ist das Vorhaben des Zuger Immobilienunternehmens Hegimmo AG. Diese will auf dem ehemaligen Werkhofareal Studentenwohnungen, Businessappartements und Gewerberäume bauen. Doch das Projekt kam bisher nicht vom Fleck, weil sich Gemeinde und Architekt in den Haaren lagen. Im Dezember 2014 eskalierte der Streit.

Zweimal hat die Gemeinde die Pläne von Architekt Joe Hegglin schon zurückgewiesen. Dennoch hat er sie ein drittes Mal überarbeitet, inzwischen arbeitet er seit rund vier Jahren daran. Und nun soll es gut kommen. Vorletzte Woche hat die Hegimmo AG den Gestaltungsplan bei der Gemeinde zur Vorprüfung eingereicht, wie Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP) auf Anfrage bestätigt. «Unsere erste Einschätzung ist positiv. Wir sind zuversichtlich», lässt sich Zemp zitieren.

Diese Worte sind durchaus von Bedeutung. Es ist das erste Mal, dass sich die Gemeinde positiv zum Bauprojekt äussert, das Vorhaben, Studentenwohnungen zu bauen, hat sie jedoch stets unterstützt. Architekt Joe Hegglin fühlte sich in den letzten Jahren von der Gemeinde schikaniert und liess seinem Frust freien Lauf. Nun äussert auch er sich optimistisch: «Wir sind auf guten Wegen», sagt Hegglin auf Anfrage. «Ich hoffe, dass der neue Gemeinderat mehr Verständnis für unser Projekt hat.»

Trotz Überarbeitung hat Joe Hegglin am eigentlichen Projekt festgehalten, er hat es aber leicht angepasst. So sei das Erdgeschoss des Gebäudes gegenüber den ursprünglichen Plänen abgesenkt worden, um ebenerdige Eingänge zu erhalten. Gemäss heutigem Planungsstand sind 30 Studentenwohnungen und 86 Businessapartments geplant. Ursprünglich war die Rede von 48 Studentenwohnungen und 50 Businessapartments. Nach wie vor sind im Erdgeschoss und im ersten Stock Gewerberäume vorgesehen.

Joe Hegglin hofft nun auf ­einen positiven Bescheid von der Gemeinde. Im besten Fall könnten die Bauarbeiten im Sommer 2017 starten, die Räume wären dann im Frühjahr 2019 bezugsbereit. Die Verzögerungen gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan sind damit enorm. Die Heg­immo AG hat das Land von der Gemeinde im Baurecht erhalten. Im Vertrag stand, dass die Bauarbeiten spätestens am 30. April 2014 beginnen müssen. Die Gebäude müssten spätestens am 31. Dezember 2015 bezugsbereit sein. Doch aufgrund des Konflikts zwischen Architekt und Gemeinde konnte dieser Zeitplan nicht eingehalten werden.

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

«Ich hoffe, der neue Gemeinderat hat mehr Verständnis für unser Projekt.»

Joe Hegglin

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