FDP wird wohl auf Franziska Bitzi setzen

STADTRAT ⋅ Wen wird die FDP bei der Ersatzwahl am 27. November unterstützen? Klar ist: SVP-Kandidat Thomas Schärli wird bei den Liberalen einen schweren Stand haben.

18. Oktober 2016, 00:00

Am 27. November kommt es in der Stadt Luzern zur Ersatzwahl für den zurückgetretenen Stadtrat Stefan Roth. Roths eigene Partei, die CVP, hat als Nachfolgerin die 43-jährige Franziska Bitzi Staub nominiert. Ebenfalls um den frei gewordenen Stadtratssitz bewerben sich Thomas Schärli (SVP, 37) und Rudolf Schweizer (parteilos, 53).

Die FDP, die in Luzerns Stadtrat bereits mit Sozialdirektor Martin Merki vertreten ist, tritt für die Ersatzwahl Roths mit keinem eigenen Kandidaten an. Die FDP-Sympathisanten dürften für die Stadtratswahl dennoch eine entscheidende Rolle spielen. Am 26. Oktober wird die FDP-Parteiversammlung entscheiden, welchen Kandidaten man unterstützen will. Dabei dürfen sich CVP-Kandidatin Franziska Bitzi und SVP-Kandidat Thomas Schärli vorstellen und den Fragen der anwesenden FDP-Mitglieder stellen.

Keine Wahlempfehlung des Parteivorstands

«Der Vorstand der FDP Stadt Luzern wird keine offizielle Wahlempfehlung abgeben», sagt dazu Parteipräsident Fabian Reinhard. «Die Mitglieder unserer Partei sollen aufgrund der vorliegenden Fakten selber entscheiden.» CVP oder SVP? Diese Frage stellt sich also für die Liberalen. Beim zweiten Wahlgang der Stadtratswahlen vom 5. Juni unterstützte die FDP sowohl den damaligen SVP-Kandidaten Peter With als auch Stefan Roth (CVP). Bei den Parlamentswahlen vom 1. Mai ging die FDP sogar eine Listenverbindung mit der SVP ein. Wird diese Mitte-rechts-Liaison womöglich auch am 27. November wieder spielen? Einiges deutet darauf hin, dass dies diesmal nicht der Fall sein wird. Zum SVP-Kandidaten Thomas Schärli hat Fabian Reinhard «gewisse Fragezeichen – vor allem nach den unschönen Nebengeräuschen bei der internen SVP-Nomination». Damals hatten einige führende SVP-Exponenten selber in Frage gestellt, dass die SVP an der Stadtratswahl überhaupt teilnehmen solle.

«Eine gute bis sehr gute Kandidatin»

Um seine persönliche Meinung befragt, sagt Reinhard: «Ich gehe davon aus – das zeigen auch viele Rückmeldungen unserer Mitglieder –, dass Franziska Bitzi bei unseren Wählerinnen und Wählern wohl die grössten Chancen haben wird.» Reinhard bezeichnet Franziska Bitzi als «gute bis sehr gute Kandidatin – vor allem in der Finanzpolitik ist sie sehr stark». Franziska Bitzi arbeitet zurzeit beim Kanton Zug als Generalsekretärin der Direktion des Innern.

Die SP hat für die Ersatzwahl Stimmfreigabe beschlossen und unterstützt offiziell keinen der drei Kandidaten. Die Grünen sprechen sich für die Wahl von Franziska Bitzi aus. Die Grünliberalen haben sich noch nicht entschieden.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch


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