Firmensteuern sprudeln üppig

STADT LUZERN ⋅ Der glänzende Abschluss 2016 ist auch den Firmen zu verdanken. Die Wachstumsprognosen wurden deutlich übertroffen. Dennoch budgetiert die Stadt für die kommenden Jahre weiterhin konservativ.
15. April 2017, 00:00

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Mehr als 37 Millionen Franken beträgt der Überschuss in der Rechnung 2016 der Stadt Luzern (wir berichteten). Der unerwartet hohe Geldsegen ist nicht zuletzt den Firmen zu verdanken, die deutlich mehr Steuern ablieferten als erwartet. Konkret waren es 41,6 Millionen Franken – über 2 Millionen mehr als budgetiert.

Wegen einer Neuregelung bei der Besteuerung von Sicherheitsreserven flossen zudem gleich nochmals 4,8 zusätzliche Millionen in die Stadtkasse. Das ist aber ein Sondereffekt, der sich nicht wiederholen wird. Auch die Zahl der juristischen Personen in der Stadt Luzern hat innert eines Jahres von 5700 auf 6200 zugenommen. Das müsse aber nicht zwingend heissen, dass es effektiv mehr Firmen in der Stadt gibt, erklärt David Schär, Leiter des Steueramts. Durch Umwandlungen von Personengesellschaften in Kapitalgesellschaften könne die Zahl der juristischen Personen steigen, ohne dass die Zahl der Unternehmen zunimmt.

Wachstum: 5 statt 3 Prozent

Unbestritten ist dafür eine weitere erfreuliche Zahl: Auch der Steuerertrag pro Firma ist gestiegen. 2016 lieferte jede Firma durchschnittlich 4710 Franken ab. Das sind 335 Franken mehr als im Vorjahr. Kein Wunder, bilanziert David Schär: «Das wirtschaftliche Umfeld war im Jahr 2016 gut.» Die 41,6 Millionen Franken, welche die Stadt letztes Jahr an Firmensteuern einnahm, bedeuten ein Wachstum von 5 Prozent gegenüber 2015. Dabei hatte der Stadtrat erst kürzlich seine Wachstumsprognosen für die Firmensteuern von 3,5 auf 3 Prozent nach unten korrigiert. War dies also eine weitere viel zu pessimistische Fehleinschätzung? Nein, sagt Schär. Trotz des überdurchschnittlichen Wachstums 2016 erachte man die Prognosen weiterhin als «angemessen». Er verweist auf die Erfahrungen der Vorjahre: 2015 wurden die Prognosen bei den Firmensteuern nur knapp erreicht, zuvor blieb das Wachstum sogar mehrmals unter den Erwartungen.

Falls die aktuellen Prognosen des Stadtrats eintreffen, wird die Stadt im Jahr 2020 eine magische Grenze erreichen. Dann wird der Ertrag aus den Firmensteuern wieder gleich hoch sein wie vor der Halbierung der Gewinnsteuer 2012, nämlich 44,8 Millionen Franken. Damit wird die Kompensation der Steuerausfälle in der Stadt deutlich schneller erreicht sein als beim Kanton. Die aktuellen Prognosen bei den kantonalen Firmensteuern zeigen, dass man im Jahr 2020 mit 136 Millionen Franken noch immer deutlich vom Stand 2011 (141 Millionen) entfernt sein wird.


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