Heim-Neubau entsteht definitiv auf Grossfeld

KRIENS ⋅ Der Einwohnerrat will eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher nicht prüfen.
15. April 2017, 00:00

Der Krienser Einwohnerrat will an seinen früheren Entscheiden nicht mehr rütteln: Das heutige Altersheim Grossfeld soll durch einen Neubau ersetzt werden. Der Rat lehnte ein Postulat von Cla Büchi (SP) mit 10 Ja- zu 18 Nein-Stimmen ab. Es verlangte, dass anstelle des Grossfeld-Neubaus eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher geprüft wird (Ausgabe vom 31. März).

Büchi begründete sein Postulat damit, dass eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher nicht vertieft geprüft worden sei. Diese Variante sei um bis zu 15 Millionen Franken günstiger als ein Neubau auf dem Grossfeld. Dort wird mit Investitionen von rund 54 Millionen Franken gerechnet. Zudem, so Büchi, könne das Grossfeld-Areal im Baurecht abgegeben werden. Dadurch könne die Gemeinde Geld einnehmen, was aufgrund der schwierigen Finanzlage gelegen komme.

SVP ist «gegen Denkverbote»

Unterstützung erhielt Büchi einzig von der SVP-Fraktion. Die Argumente des Gemeinderats, der sich gegen das Postulat wehrt, seien pseudomässig, sagte Fraktionschef Räto Camenisch. «Man sollte eine Erweiterung des Alters­zentrums Zunacher zumindest prüfen. Die Gemeinde könnte enorm Geld sparen.» Zudem betonte Camenisch, dass «Denkverbote immer schlecht» seien.

Grüne, CVP und FDP unterstützten das Postulat nicht. Sie stellten sich auf den Standpunkt, dass eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher bereits 2011 geprüft und verworfen worden sei. Weitere Argumente waren, dass auf gleicher Fläche noch mehr Betagte leben würden und dass die Zukunft des Grossfelds ungewiss sei. Denn die Denkmalpflege will auf eine Unterschutzstellung des bestehenden Baus verzichten, wenn auf dem Grossfeld ein neues Heim gebaut wird. Wie sie bei einer anderen Nutzung entscheidet, ist unklar.

Gemeinderat Sidler: «Rasch handeln»

Sozialvorsteher Lothar Sidler (CVP) betonte, der Einwohnerrat habe schon mehrfach das Signal zu Gunsten eines Neubaus auf dem Grossfeld ausgesendet. Zuletzt zu Beginn dieses Jahres, als die Auslagerung der Krienser Heime im Rat beschlossen wurde. Das Parlament entschied damals, dass es bei der Gestaltung des Grossfelds mitreden will, auch wenn der Neubau von der neuen Heim AG finanziert wird. Wolle der Rat nun doch eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher prüfen, würde er widersprüchliche Signale aussenden, sagte Lothar Sidler: «Das sollte man nicht ohne Not tun. Die Ausgangslage hat sich seit 2011 nicht verändert.» Sidler wies zudem darauf hin, dass das Heim Grossfeld baufällig sei. Deshalb müsse rasch gebaut werden: «Die Überweisung des Postulats hat weitere Verzögerungen zur Folge, die wir uns nicht leisten können.»

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch


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