Hier darf Bello frei herumrennen

HUNDEWIESEN ⋅ Die Stadt Luzern richtet am Churchill-Quai und am Tribschenhorn Freilaufzonen für Hunde ein. Deren Halter haben es nun selber in der Hand, ob daraus eine dauerhafte Lösung wird.

18. März 2017, 00:00

Sebastian Hofer

sebastian.hofer@luzernerzeitung.ch

Die Wiese am Churchill-Quai zwischen Seeufer, Sunset-Bar und Hotel Seeburg ist seit langem ein Konfliktherd. Hundehalter lassen dort ihre Vierbeiner frei herumrennen. Andere hingegen fühlen sich gestört und fordern, dass die Leinenpflicht durchgesetzt wird. Nun hat der Stadtrat entschieden, nebst der bereits bestehenden Hundefreilaufzone auf der Allmend am Churchill-Quai (ab Mitte Mai) und am Tribschenhorn (ab Herbst) zwei weitere Freilaufzonen einzurichten.

Das erfreut besonders die Interessensgemeinschaft (IG) Hundewiese Luzern, welche sich seit längerem für eine solche Freilaufzone starkmacht (wir berichteten). «Nun können die Hunde in Kontakt mit Artgenossen treten und auf spielerische Weise ihre Sozialkompetenz trainieren. Auch Menschen ohne Hund schätzen die Möglichkeit, den spielenden Hunden zuzuschauen», teilt Michael Stehle, Mitbegründer der IG, mit.

IG wird zum Aufpasser

Die Nutzung der Wiese ist jedoch an Bedingungen geknüpft: So dürfen die Hunde das Seeufer nicht verunreinigen und niemanden belästigen. Besonders der IG soll bei der Freilaufzone Churchill-Quai eine Aufsichtsfunktion zukommen. «Getreu unserem Grundsatz ‹Ohne Leine heisst nicht ohne Aufsicht› werden wir unsere Mitglieder über die Regeln, die in der Freilaufzone gelten, sowie über den gewünschten Verhaltenskodex informieren», sagt Fabian Martin, Mitbegründer der IG. Gemäss Mitteilung der Stadt werden die Quartierpolizei, die Stadtgärtnerei und die Abteilung Sicherheit, Intervention und Prävention (SIP) der Stadt Luzern das Projekt begleiten. Falls nötig könnten diese auch Anpassungen vornehmen. Beim Tribschenhorn wurde noch niemand gefunden, der wie die IG die Aufsicht übernimmt.

An diversen Stellen rund um die Freilaufzonen werden Hecken angepflanzt. Diese dienen als Abgrenzung, damit andere Nutzer wie Spaziergänger oder Badende nicht von den Hunden belästigt werden. «Wir sind grundsätzlich zufrieden mit der neuen Regelung. Wichtig ist, dass es Regeln für alle gibt. So kann man wenn nötig auch eingreifen», sagt Josef Galetti, Präsident des Quartiervereins Seeburg-Würzenbach-Büttenen.

Es gibt aber auch Gegner der neuen Freilaufzonen. Diese befürchten laut der IG, die Einrichtung der Freilaufzonen könne zu einem regelrechten Hundetourismus führen. Auf Anfrage unserer Zeitung wollten die Gegner jedoch keine Stellung nehmen.

Zweijähriges Pilotprojekt

Die Wiesen am Churchill-Quai und am Tribschenhorn dienen nun zwei Jahre lang als Freilaufzonen. Danach wird das Pilotprojekt ausgewertet und über das weitere Vorgehen entschieden. Mit diesem Pilotprojekt will die Stadt die Situation für die Hundehalter, die heute unbefriedigend sei, dauerhaft verbessern. In der Mitteilung schreibt sie: «Ein friedliches Nebeneinander von Hund und Mensch sollte möglich sein.» Das Thema wird den Stadtrat allerdings noch weiter beschäftigen. Die CVP hat gestern eine Interpellation mit kritischen Fragen eingereicht. So will sie etwa wissen, auf welcher rechtlichen Grundlage die Einführung der Freilaufzonen basiert.


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