Löwengraben-Sanierung kann plangemäss starten

LUZERN ⋅ Die neue Flaniermeile ab dem Schwanenplatz soll Ende 2019 fertiggestellt sein – und das, obwohl Konditor Dudle und die Stadt nach wie vor über den Preis für ein Stück Trottoir streiten.

14. März 2017, 00:00

Das Projekt war lange Zeit umstritten. Doch nun kann mit der Sanierung der Achse Grendel–Löwengraben in der Altstadt Luzern wie geplant 2018 gestartet werden. Die Projektbewilligung gemäss Strassengesetz liegt seit Januar 2017 vor, bestätigt Daniel Nussbaumer, Abteilung Projekte beim Tiefbauamt der Stadt Luzern. Auch das Enteignungsrecht sei vom Kanton erteilt worden. Und: «Soweit Einsprachen erhoben wurden, konnten diese bereinigt werden und sind erledigt.»

Das Projekt sieht vor, die Trottoirs auf dem Grendel und im Löwengraben aufzuheben und die Strasse zur Flaniermeile umzugestalten. Luzerns Stadtparlament bewilligte dafür am 5. März 2015 einen Kredit von 3,4 Millionen Franken. Dies aber erst nach einer hitzigen Debatte. Stein des Anstosses war der Löwengraben. Dass auch dort, im «Hinterhof der Altstadt», für viel Geld «ein paar Randsteine versetzt werden sollen», stellten Vertreter von SVP, GLP und FDP in Frage.

Gerade am Löwengraben ist denn auch noch eine wichtige Frage offen. Konkret geht es um ein 5,5 Quadratmeter grosses Stück Trottoir am Löwengraben 9. Das dortige Grundstück gehört Konditormeister Max Dudle. Dieser streitet sich seit langem mit der Stadt um den Preis für das ihm gehörende Stück Trottoir.

Letztes Preisangebot: 10000 Franken

Mit der Projektbewilligung ist der Weg frei für ein neues Preisangebot. Kein leichtes Unterfangen. Denn seit nunmehr 14 Jahren beschäftigen sich der streitbare Dudle und die Stadt mit den 5,5 Quadratmetern. Dudle hat nichts gegen den Verkauf, wie er betont, denn auch er steht der Löwengraben-Sanierung positiv gegenüber. Knackpunkt sei einzig der ständig wechselnde Quadratmeterpreis. Seit 2003 habe das Preis­angebot dauernd gewechselt, ärgert sich Dudle. Die Preisschwankungen kämen daher, «weil der Beamte A nicht weiss, was der Beamte B macht», sagte er gegenüber der «Luzerner Zeitung». Jeder, der sich mit der «Causa Dudle» beschäftige, fange wieder bei null an und würde nicht die bereits erstellten Protokolle und Unterlagen konsultieren. So kam es, dass der Preis zwischen 800 und 4200 Franken variierte, wie der Briefverkehr mit der Stadt belegt (Ausgabe vom 7. März 2016). Das bisher letzte Angebot liegt bei 10 000 Franken. Das ergibt einen Quadratmeterpreis von 1818 Franken. Das ist Dudle zu wenig.

Ein aktuelleres Angebot liegt noch nicht vor. Nun liegt der Ball wieder bei der Stadt. Daniel Nussbaumer vom Tiefbauamt skizziert die nächsten Schritte. Gelingt es nicht, eine Einigung über die angemessene Entschädigung zu erzielen, wird die Stadt bei der Schatzungskommission ein Gesuch um die Festlegung der Entschädigung und die vorzeitige Besitzeinweisung stellen. Gemäss Nussbaumer legt die Schatzungskommission die definitive Entschädigung – hier für die 5,5 Quadratmeter Trottoir vor Max Dudles Liegenschaft – «in der Regel erst nach Vollendung der Baute und nach Vornahme eines Augenscheins fest». Für Dudle muss der Entscheid der Schatzungskommission nicht das letzte Wort sein. Denn auch dieser Entscheid kann an die nächsthöhere Instanz weiter­gezogen werden. Die «Causa Dudle» könnte auch in nächster Zeit noch ein Thema bleiben.

Preis kann auch nachträglich festgesetzt werden

Werden die Bauarbeiten durch die Preisfrage verzögert? «Nein, das Ringen um den Preis hat keinen Einfluss auf den Zeitplan der Sanierung», sagt Nussbaumer. «Wie viel die Stadt für die 5,5 Quadratmeter Trottoir vor Max Dudles Liegenschaft zahlen muss, könnte auch während oder nach den Bauarbeiten geklärt werden.» Die Ausführung der Bauarbeiten wird demnach «wie geplant vom Frühling bis Herbst 2018 und vom Frühling bis Herbst 2019 ausgeführt», sagt Nussbaumer. Die Flaniermeile Grendel–Löwengraben soll also Ende 2019 fertiggestellt sein.

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

«Das Ringen um den Preis hat keinen Einfluss auf den Zeitplan.»

Daniel Nussbaumer

Tiefbauamt Stadt Luzern


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