So viele Einbürgerungen wie noch nie

STATISTIK ⋅ Der Pendenzenberg an Einbürgerungsgesuchen in der Stadt Luzern wurde stark abgebaut. Noch immer sind aber viele Gesuche hängig.
16. März 2017, 00:00

498 Ausländerinnen und Ausländer erhielten im vergangenen Jahr das Stadtluzerner Bürgerrecht – 108 mehr als im Vorjahr. Das teilte die Einbürgerungskommission der Stadt Luzern gestern mit. 498 Einbürgerungen sind wohl mehr als je zuvor. Dies bestätigte Kommissionspräsident Felix Kuhn auf Anfrage. Im Jahr 2014 erhielten 312 Ausländerinnen und Ausländer das Stadtluzerner Bürgerrecht, im Jahr 2013 waren es klar unter 300.

Die Rangliste der Nationalitäten führten im vergangenen Jahr mit je 11 Prozent die kosovarischen und die deutschen Staatsangehörigen an, gefolgt von Italien und Sri Lanka mit je 8 Prozent (siehe Tabelle).

1 Gesuch abgelehnt, 77 Gesuche sistiert

Insgesamt 351 Einbürgerungs­gesuche behandelte die städtische Einbürgerungskommission im Jahr 2016 (Vorjahr: 280). Das durchschnittliche Alter der gesuchstellenden Personen betrug 28,2 Jahre. Dass es mehr Einbürgerungen als Gesuche gab, liegt daran, dass ein Gesuch mehrere Personen betreffen kann (Ehepaare, Familien mit Kindern).

Die total 351 Einbürgerungsgesuche im Jahr 2016 betrafen insgesamt 576 Personen. Einer gesuchstellenden Person wurde das Luzerner Stadtbürgerrecht verweigert – wegen mangelnder Deutschkenntnisse, mangelnder sozialer Integration und mangelnder staatspolitischer Kenntnisse. Auch 2015 wurde ein Gesuch abgelehnt. Bei 77 Personen wurde das Einbürgerungsgesuch sistiert (Vorjahr: 79). Als Gründe wurden angeführt: nicht geordnete finanzielle Verhältnisse (Betreibungen und Verlustscheine), mangelnde soziale oder kulturelle Integration, mangelnde Integration im Erwerbsleben (strukturelle Integration), ungenügende staatspolitische Kenntnisse, ungenügende Deutschkenntnisse und Nichtbeachten der Rechtsordnung. 185 einbürgerungswillige Personen nahmen an zwölf Informationskursen, organisiert durch die Caritas Luzern und die städtische Integrationsstelle, teil.

Das Verfahren soll verkürzt werden

Noch immer sind bei der Einbürgerungskommission der Stadt Luzern 388 Einbürgerungsgesuche hängig (Vorjahr: 450). Das Abarbeiten des Pendenzenberges ist einer der Schwerpunkte der Einbürgerungskommission und des Ressorts Bürgerrechtswesen. 2016 traf sich die Einbürgerungskommission der Stadt Luzern zu elf ordentlichen Tagessitzungen. «Wir haben sowohl die Anzahl Sitzungen erhöht als auch die ­Sitzungsdauer verlängert», sagt Felix Kuhn. «Wir streben an, per 31. Dezember 2017 noch knapp 300 pendente Gesuche auszuweisen», sagt er.

Die Verfahrensdauer für die Abwicklung eines Gesuches bis zum Erwerb des Schweizer Bürgerrechts soll sich verkürzen und künftig weniger als 1,5 Jahre betragen (heute: 1,8 Jahre). Gemäss Kuhn ist der grosse Pendenzenberg vor allem auf die Fusion der Stadt Luzern mit Littau 2010 zurückzuführen: «In Littau wurden damals jährlich maximal 25 Gesuche behandelt.»

Die Stadtluzerner Einbür­gerungskommission wurde am 1. Mai 2016 turnusgemäss neu gewählt. Sie besteht aus sieben Personen: Felix Kuhn, Grüne (Präsident, bisher), Daniela Merkel-Lötscher, CVP (bisher), Ivo Durrer, FDP (bisher), Margare­tha Reichlin, SP (bisher), Kiran Trost, SP (bisher), Nesar Ahmad, SP (neu), Oliver Heeb, SVP (neu).

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch


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