Souvenirshop in neuen Händen

TOURISMUS ⋅ Seit kurzem ist der Souvenirladen Schmid-Linder beim Löwendenkmal geschlossen. Nun übernimmt ein bekanntes Luzerner Unternehmen. Ganz aus dem Markt will Schmid-Linder aber nicht verschwinden.

14. März 2017, 00:00

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Die von Touristen rege besuchte Denkmalstrasse beim Löwendenkmal ist zweifellos ein ge­eigneter Ort für ein Souvenir­geschäft. Der Laden Schmid-Linder an der Denkmalstrasse 9 ist seit kurzem jedoch geschlossen. Letztes Jahr haben die Besitzer, das Ehepaar Susan und Heinz Schmid, beschlossen, ihr Ladenlokal 2017 zu vermieten. Der Nachfolger ist bereits bekannt: Mit Casagrande kommt erneut ein Souvenirgeschäft in die Räumlichkeiten. Gestern fand die Schlüsselübergabe statt, wie Co-Geschäftsführer Robert Casagrande sagt. Das Unternehmen eröffnet damit die fünfte Filiale in Luzern, nach denjenigen am Schwanenplatz, an der Kapellgasse sowie zwei am Grendel.

«Wir hatten das Gefühl, der Löwenplatz sei nach dem Grendel der beste Ort für unseren Laden – in den 1950er-Jahren hatten wir dort nämlich schon einmal eine Filiale», sagt Casagrande. Die Eröffnung ist auf Anfang Juni geplant, zunächst wird der Laden noch umgebaut. Der bisher altertümlich gehaltene Raum soll dem Stil der anderen Filialen angepasst werden. Laut Casagrande heisst das: im Stil Alpenchic mit viel Holz. Soeben wurde zudem die eine Filiale am Grendel fertig umgebaut. Zum Mietzins wollen sich weder Robert Casagrande noch Heinz Schmid äussern.

Angestellte können bleiben

Darüber, dass es in ihrem Ladenlokal erneut einen Souvenirshop gibt, freut sich das Ehepaar Schmid: «Ein Coiffeur hätte hier zum Beispiel nicht hineingepasst. Deshalb haben wir uns für Casagrande entschieden.» So gebe es dort weiterhin ein breites Angebot, statt «nur noch Uhren und Sackmesser». Verschiedene ­Uhrengeschäfte hatten nämlich auch Interesse an den Räumlichkeiten bekundet. Schmid wollte jedoch, dass es – wie schon über hundert Jahre lang – einen Souvenirladen an diesem Ort gibt.

Eine gute Nachricht gibt es auch für die bisherigen Angestellten: Laut Casagrande wird das Personal auch im neuen Geschäft wieder Arbeit finden. Doch weshalb schliesst das Ehepaar Schmid seinen Laden nach rund acht Jahren überhaupt, wenn es, wie Heinz Schmid sagt, noch gut gelaufen ist? Nebst ihrem Alter gebe noch einen anderen Grund: «Jetzt ist Zeit, wieder etwas anderes zu machen. Wir waren Quereinsteiger und hatten nebenbei immer noch andere Projekte am Laufen. Die wollen wir wieder stärker verfolgen.» So engagieren sich die Schmids etwa für ein soziales Projekt. Privat seien sie jetzt ausserdem eher in Richtung Italien orientiert. Im Haus an der Denkmalstrasse 9, das laut Schmid seit 104 Jahren im Besitz seiner Familie ist, wohnt er mit seiner Frau Susan aber weiterhin. Er weist darauf hin, dass sie es war, die den Laden eigentlich geführt hat. «Ich war mehr im Hintergrund tätig und habe Geschichten über die Sachen im Regal erzählt.» Er habe sozusagen dafür gesorgt, dass «die Kuhglocken nach Stall gerochen haben».

Ganz Schluss ist mit dem Laden Schmid-Linder allerdings nicht: Das Ehepaar plant, ihn online weiterzuführen. «Ich finde es spannender, mit der Zeit zu gehen.» Über die Jahre hätten die beiden viele Kontakte geknüpft, die ihnen nun von Nutzen sein könnten. Ganz gleich wird das Sortiment vermutlich nicht sein. «Wir werden aber weiterhin Schweizer Qualitätsprodukte anbieten.»

«So gibt es weiterhin ein breites Angebot statt nur Uhren und Sackmesser.»

Heinz Schmid

Besitzer von Schmid-Linder


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