Sportarena: Stadt spart Millionen

ALLMEND ⋅ 6,5 Millionen Franken weniger als vorgesehen musste die Stadt Luzern für die Sportarena Allmend ausgeben. Der Grund liegt in einem anderen Grossprojekt.
19. Oktober 2016, 00:00

Wird ein Grossprojekt in Luzern umgesetzt, macht das die Stadt meist nicht allein. Sie sucht dafür potente Partner. So war das beim Bau des Kultur- und Kongresszentrums KKL und auch bei der Sportarena Allmend. 2008 hatte der Grosse Stadtrat einen Investitionskredit von 103,7 Millionen Franken für die Bauten auf der Allmend bewilligt. Nun zeigt die Abrechnung: Der Kredit wurde um 6,5 Millionen unterschritten.

Günstiger als erwartet waren der Bau der Kunstrasenfelder (–1,6 Millionen), der Mieterausbau des Hallenbads (–240 000 Franken) und der Bau des Bocciodromo (–200 000 Franken). Mit 4,3 Millionen Franken die grössten Einsparungen gab es bei der Verkehrserschliessung. Ein grosser Teil der rückwärtigen Erschliessung und der Vorzone der Messehalle 1 auf der Allmend konnte über ein anderes Grossprojekt abgewickelt werden: die Tieferlegung der Zentralbahn.

Durch die grossen Investitionen hat die Stadt Luzern eine moderne Sportinfrastruktur erhalten. Dazu gehören neben dem Fussballstadion mit Trainingsplätzen auch das Hallenbad, eine Doppelturnhalle und die Leichtathletikanlage.

Jost: «Man kann sich mehr leisten»

Die Luzerner Baudirektorin Manuela Jost (GLP) ist erfreut, dass der Investitionskredit unterschritten wurde. «Gerade bei Grossprojekten ist es wichtig, dass es auch finanziell aufgeht.» Die Erfahrungen, welche die Stadt bei der Sportarena Allmend mit dem Modell Public Private Partnership (PPP) gemacht habe, seien sehr positiv. Die Zusammenarbeit habe gut funktioniert. Und: «Man kann sich mehr leisten, als wenn man die gesamte Infrastruktur selbst finanzieren muss», erklärt Jost.

Für sie ist nach den positiven Erfahrungen auf der Allmend klar: Das PPP-Modell funktioniert und soll bei künftigen Grossprojekten wieder als Möglichkeit geprüft werden. Ein Beispiel dafür ist der Bau des Parkhauses Musegg. Private Investoren wollen dieses bauen und betreiben, die Stadt tritt als Baurechtgeberin auf. Auch bei einem allfälligen Neubau des Luzerner Theaters wäre es denkbar, dass die öffentliche Hand mit privaten Investoren zusammenspannt.

In einem anderen Fall schliesst Jost die Zusammenarbeit mit Privaten hingegen aus: Nämlich dann, wenn es um Kernaufgaben der öffentlichen Hand geht – beispielsweise der Bau von Schulhäusern. «Es ist Aufgabe der öffentlichen Hand, dafür Mittel bereitzustellen. Die Privatisierung der Grundschulen ist kein Thema. Wir müssen die Handlungsfreiheit für die Erfüllung unseres Grundauftrags behalten», betont Jost.

Der politische Vater der Sportarena Allmend ist alt Stadtrat Kurt Bieder (FDP). Er bezeichnet sich selbst als «enthusiastischen Befürworter» des PPP-Modells und freut sich, dass das Grossprojekt auf der Allmend auch aus finanzieller Sicht positiv abgeschlossen werden konnte. Die Stadt müsse das Modell der Zusammenarbeit mit Investoren weiterverfolgen, findet Kurt Bieder: «Die Finanzen der öffentlichen Hand reichen für Grossprojekte nicht aus. Ohne dieses Modell hätten wir heute kein KKL und keine Sportarena Allmend.»

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch


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