Stadtrat will Schulhaus schliessen

LITTAU ⋅ Bisher war von einer Sanierung die Rede. Nun prüft die Stadt Luzern einen Neubau für das Schulhaus Grenzhof – an einem anderen Standort.

23. November 2016, 00:00

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

«Der Stadtrat hat seine Strategie betreffend Schulhaus Grenzhof geändert.» Dies bestätigt Stadtbaumeisterin Friederike Pfromm gegenüber unserer Zeitung. Stand bisher eine Sanierung des 1967 gebauten Schulhauses im Zentrum, prüft die Stadt nun einen Ersatzneubau. «Der Entscheid fiel im Frühling», führt Pfromm aus – öffentlich kommuniziert wurde dies jedoch nicht. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Resultate sollen im nächsten Frühling vorliegen.

Ganz neu ist das Thema dennoch nicht. 2015 machte man sich bei der Stadt Gedanken, ein neues Schulhaus zu bauen, statt das alte zu sanieren. Dies wird auch im Bericht des Stadtrats «Schulraumentwicklung im Stadtgebiet Littau/Reussbühl» thematisiert. Darin heisst es: «Aus betrieblicher Sicht wäre ein Ersatzneubau östlich der Schulanlage Rönnimoos sinnvoll. Dies ermöglicht das Zusammenführen der beiden Schulanlagen Grenzhof und Rönnimoos.» Das Schulhaus Grenzhof würde danach geschlossen.

Die Idee ist weiter gereift und soll nun weiter konkretisiert werden. Synergiepotenzial ist gemäss Stadtratsbericht vorhanden. Die Zusammenlegung der Schulhäuser ermögliche einen klassen- und jahrgangsübergreifenden Unterricht sowie das Führen von Parallelklassen. Auch könnten kurzfristige Ausfälle von Lehrpersonen besser aufgefangen werden. Weiteres Einsparpotenzial ergäbe sich bei Aula, ­Bibliothek, Heizungs- und Technikzentrale, die heute in beiden Schulhäusern existieren.

Hohe Sanierungskosten wegen Denkmalschutz

Auch die Finanzen dürften für den Stadtrat eine wichtige Rolle gespielt haben. Denn für Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Grenzhof wird mit Kosten von 27,7 Millionen Franken gerechnet. Ein Grund für die hohen Kosten ist der Denkmalschutz. Die kantonale Denkmalpflege stuft das Schulhaus als besonders schutzwürdiges Kulturdenkmal ein. Entsprechend hoch wären die denkmalpflegerischen Anforderungen bei einer Sanierung. «Erste Abschätzungen haben ergeben, (...) dass die Instandsetzungskosten im Bereich eines Ersatzneubaus liegen», heisst es im Bericht zur Schulraumentwicklung. Zahlen zu den möglichen Kosten eines Ersatzneubaus will Friederike Pfromm noch nicht nennen. Dafür sei es zu früh. Klarheit bringt die Projektierung, die gemäss Gesamtplanung 2017–2021 des Stadtrats für übernächstes Jahr vorgesehen ist. Dafür wurden 1,9 Millionen Franken eingeplant. Was nach dem Ersatzneubau mit dem heutigen denkmalgeschützten Grenzhof-Schulhaus passieren würde – auch darüber kann zurzeit nur spekuliert werden.

Der Ersatzneubau für das Grenzhofschulhaus soll auf dem Areal des Schulhauses Rönnimoos zu stehen kommen. Das Rönnimoos würde somit erweitert. Bisher ging die Stadt davon aus, beide Standorte für je zehn Primarklassen auszubauen, um auf die steigenden Schülerzahlen zu reagieren. Beim Grenzhof soll zudem eine Doppelturnhalle mit einem Doppelkindergarten erstellt werden. An diesen Vor­haben ändert sich nichts.

Stimmvolk hat das letzte Wort

Sollte der Stadtrat die Strategie weiter verfolgen, das Schulhaus Grenzhof durch einen Neubau zu ersetzen, steht noch ein langer politischer Weg bevor. Das Stadtparlament müsste den Kredit für die Projektierung und später für den Bau genehmigen. Das letzte Wort hätte die Bevölkerung an der Urne. In der Stadt Luzern stehen in den nächsten Jahren grosse Investitionen in Schulhäuser an. Für rund 200 Millionen Franken sollen zahlreiche Schulhäuser saniert, erweitert oder im Fall Staffeln ersetzt werden.


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