Stiftung Hospiz kauft Gebäude in Littau

23. November 2016, 00:00

Pflege An der Gasshofstrasse 18 in Littau sollen künftig unheilbar kranke Menschen ihr Lebens­ende in einer geeigneten Umgebung verbringen können (Ausgabe vom 4. März). Das Projekt ist nun einen Schritt weiter. Vor wenigen Tagen hat die Stiftung Hospiz Zentralschweiz die Liegenschaft in Littau gekauft, wie sie auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt.

«Das ist ein grosser Meilenstein für uns», sagt Sibylle Jean-Petit-Matile, Mitglied der Geschäftsleitung. Zum Kaufpreis macht die Stiftung keine An­gaben. Es handle sich um einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. Der Kauf sei ausschliesslich durch private Geldgeber ­finanziert worden.

Wann das Hospiz eröffnet werden kann, steht noch nicht fest. Das im Jahr 1960 erbaute Gebäude, eine ehemalige Ärztevilla mit Praxisräumen, müsse noch saniert werden. Zudem ist ein Holzanbau geplant. «Der Umbau beginnt erst, wenn das nötige Kapital da ist», sagt Si­bylle Jean-Petit-Matile. Nötig seien auch hierfür mehrere Millionen Franken, welche die Stiftung ebenfalls durch private Geld­geber finanzieren will.

Abklärungen des Kantons laufen noch

Noch hängig ist die Erteilung des Pflegeheimstatus an das Hospiz durch den Kanton Luzern. Die Stiftung will sich dazu nicht äussern, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. Bis wann der Entscheid vorliegt, sei noch offen, heisst es beim kantonalen Gesundheitsdepartement.

Mit dem Hospiz will die Stiftung in der Zentralschweiz eine Lücke in der Palliativversorgung schliessen. Derzeit verbringen unheilbar kranke Menschen ihre letzten Tage meist auf einer entsprechenden Station in einem Spital oder Pflegeheim. Dies sei vor allem für jüngere Menschen nicht die ideale Umgebung. Das Hospiz richtet sich darum vor allem an junge Menschen ab 18 Jahren. Falls jemand zu Hause sterben will, sei es auch möglich, dass diese Person ein paar Tage im Hospiz verbringt, um die Angehörigen zu entlasten, und danach wieder nach Hause geht. Die Einrichtung soll eine professionelle medizinische Versorgung in einem familiären Rahmen bieten. Im Gegensatz zu Sterbehilfeorganisationen stehe im Hospiz das Leben im Zentrum, so Sibylle Jean-Petit-Matile.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: