Wohnen im Container in Adligenswil

PROJEKT ⋅ Ein grüner Kantonsrat will alternative Wohnformen entwickeln. Dazu braucht er ausrangierte Seefracht-Container.

13. März 2017, 00:00

Die Genossenschaft Senang will gebrauchte Seefrachtcontainer, die ungenutzt in Häfen stehen, recyclen und in preisgünstige Wohn- und Arbeitssiedlungen umfunktionieren. Das hat den grünen Luzerner Kantonsrat Urban Frye auf die Idee gebracht, ein Projekt «Mobiles Wohnen» für die Region Luzern zu entwickeln. «Viele Grundstücke hier sind ungenutzt», sagt Frye. Auf einigen von ihnen will er nun mit Containern temporär neuen Wohnraum schaffen.

Frye wandte sich an das Zukunftslabor Crea Lab der Hochschule Luzern, wo er auf grossen Zuspruch stiess. Eine Genossenschaftsgründung wurde lanciert. Nicht nur 16 Dozenten diverser Fachrichtungen nahmen den Gedanken auf; auch Studenten der Hochschule Luzern wurden in das Projekt eingebunden.

Erster Container Ende Mai in Adligenswil

Unter der Leitung des Dozenten für Architektur, Lars Schuchert, wurde ein Kurs angeboten, in dem komplette Baupläne entwickelt wurden. Mit Hilfe der schweizerischen Jesuiten kam eine Zusammenarbeit mit der Stiftung Atmi, der führenden Lehrlingsausbildungsstätte in Indonesien, zu Stande. Dort werden die gebrauchten Container von jungen Lernenden bearbeitet. Die Kosten für die Container sollen im Vergleich zu ähnlichen Wohnmöglichkeiten 50 Prozent tiefer sein und damit vor allem für Studenten und Künstler bezahlbar sein.

Die mobilen Container werden temporär auf erschlossenen Arealen aufgebaut, die in einem Zeithorizont von drei bis fünf Jahren überbaut werden sollen. Erstes Projekt ist eine Siedlung für Studenten, Kleinunternehmen der Kreativwirtschaft und Künstler bei der Kunstplattform Museum 1 in Adligenswil. Der erste Prototyp trifft dort voraussichtlich Ende Mai ein. Dort sollen die Container auf ihre Praxistauglichkeit geprüft und optimiert werden. Danach könnten weitere Container bestellt werden. Ab wann die ersten Bewohner einziehen, ist noch unklar. Ebenso offen ist, ob die Container in Adligenswil bleiben oder anderswo in der Region Luzern aufgestellt werden. So oder so braucht es erst eine Baubewilligung, bevor die Container bewohnt werden können.

Larissa Werren

region@luzernerzeitung.ch


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