Kommentar

Zurück zu den Wurzeln

30. November 2016, 00:00

Immer weniger verkaufte Festabzeichen, rückläufiger Umsatz: Trotz zahlreicher Besucher wird das Luzerner Fest seinem Grundgedanken immer weniger gerecht. Eigentlich wollen die Initianten mit dem Anlass möglichst viel Gewinn erwirtschaften und diesen via Stiftung «Luzerner helfen Luzernern» vollständig gemeinnützigen Institutionen im Kanton zur Verfügung stellen.

Woran liegts? Unter anderem daran, dass immer mehr Leute mit 6er-Packungen Dosenbier auf die Seebrücke ans Luzerner Fest ziehen, dort Party feiern, ihren Abfall liegen lassen und wieder von dannen ziehen. Das bringt dem Luzerner Fest nichts. Im Gegenteil: Dadurch steigen nur die Entsorgungskosten.

Nur wer an einem der offiziellen Fest-Stände eine Bratwurst oder ein Getränk kauft, unterstützt damit Familien mit krebskranken Kindern, Obdachlose und andere bedürftige Menschen. Um dem karitativen Grundgedanken des Anlasses gerecht zu werden, müssten ausserdem wieder deutlich mehr Besucherinnen und Besucher ein Festabzeichen (für 10 Franken) kaufen. Dafür muss es aber auch Anpassungen beim Festkonzept geben. Diesen Sommer belebte eine Gruppe von Idealisten das frühere, auf die Altstadt begrenzte «Altstadt-Fäscht» wieder. Zuerst belächelt, wurde es zu einem grossen Erfolg. Pro Besucher konnte es einen viel grösseren Ertrag zu Gunsten der Stiftung Luzerner helfen Luzernern generieren als das grosse Luzerner Fest.

Vielleicht ist dieses einfach zu gross geworden. Vielleicht war die Ausweitung Richtung See ein Fehler. Zurück zu den Wurzeln – unter diesem Motto könnte das in verdienstvoller Weise von unzähligen Freiwilligen organisierte Luzerner Fest vielleicht auch finanziell auf die Erfolgsspur zurückfinden.

Hugo Bischof, Redaktor Ressort Stadt/Region

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch


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