Alte Hexe trifft auf gfürchige Drachen

ROTHENBURG ⋅ Viel Liebe zum Detail und noch mehr Humor zeichnete die Sujets am Kinderumzug aus. Überzeugt haben alle – was der Jury den Entscheid besonders schwer machte.
14. Februar 2018, 00:00

Einmal im Jahr verwandelt sich Rothenburgs Dorfkern in eine kunterbunte Fasnachtsmeile. Am Güdisdienstag lockte der Kinderumzug kleine Prinzessinnen, Cowboys, Waldfeen und Astronauten auf die Strasse. Doch auch Erwachsene wollten sich das dreistündige Geschehen nicht entgehen lassen und hatten sich fasnächtlich in Schale geworfen. Der Umzug hatte noch nicht angefangen, doch Ameisi-Zunft-Präsident Martin Oberle war bereits guter Dinge: «Die Sonne würdigt die kunterbunten Kostüme. Das wird ein farbiger Nachmittag!» Bei diesem Traumwetter könne der Kinderumzug nur ein voller Erfolg werden.

Er sollte Recht behalten. Den Auftakt machten die Borggeischter. Die 1965 gegründete Rothenburger Guuggenmusik verkörperte als ägyptische Gottheiten die «Götter der Sonne». Einen goldenen Wagen geziert von einem Pharao präsentierten die Borggeischter. «Wahnsinn!», tönte es aus dem Publikum. Das eigentliche Highlight des Familienumzugs waren aber die Einzel- und Gruppensujets. 19 Nummern zeigten ihre selbstgebastelten Kostüme. Da sorgten ein kopfloser Junge, ein Drachenpaar, zwei Hexen, Pyjamahelden und ein Paradiesvogel für Begeisterung. Doch viele andere überzeugten mit viel Liebe zum Detail – und noch mehr Humor. «Fasnacht esch so glatt, drum finde d’Skiferie z’Rotheburg statt», lautete das Motto einer Gruppe, die auf Skiern und Schlitten unterwegs war. Fleissig wurden Bonbons und Schokoladetäfelchen verteilt. Nicht ohne Hintergedanken: Schliesslich stand auch eine Prämierung an. Zunftmeister Roger Johler: «Eigentlich haben alle gewonnen», so der höchste Fasnächtler. Herausgestochen sind schliesslich aber der «Rothenburger Drachen» und das Sujet «Der Wolf erobert die Helvetia».

Ines Häfliger

stadt@luzernerzeituntg.ch


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