Berner Lebensgefühl erobert Luzern

REUSSBÜHL ⋅ Gestern ist die Freizeitanlage Reusszopf offiziell eröffnet worden. Dort kann man unter anderem im Fluss baden. Dies birgt auch Risiken, warnt die SLRG.
12. Juni 2017, 00:00

Das Wetter hätte nicht besser sein können. Bei sommerlicher Hitze wurde gestern die neue Freizeitanlage Reusszopf in Reussbühl mit einem Festakt offiziell eröffnet. Die Anlage soll das stark wachsende Gebiet im Norden Luzerns aufwerten. Entstanden sind unter anderem ein neuer Spielplatz, die bereits am 6. Mai eröffnete Sommerbar Nordpol sowie ein Badezugang zur Reuss. Letzterer wurde im Rahmen der Hochwasserschutzmassnahmen rund um den Seetalplatz realisiert und gestern rege genutzt.

Damit hält ein Stück Berner Lebensgefühl Einzug in Luzern. Die Hauptstädter zieht es in Ermangelung eines Sees an heissen Sommertagen jeweils in Scharen in die Aare. «Baden in Flüssen ist für viele Luzerner dagegen neu», sagt Ueli Bärtschi. Er ist Präsident der Luzerner Sektion der Schweizerischen ­Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), die gestern ebenfalls am Reusszopf anwesend war.

Besonders auf Kinder sollte man gut aufpassen

«Die Gefahren werden teils un­terschätzt», sagt Bärtschi weiter. «Pegelstand und Fliess­geschwindigkeit können sich schnell ändern, nach Gewittern führen Flüsse auch Schwemmholz mit.» Weiter appelliert Bärtschi an die Eltern, ihre Kinder gut zu beaufsichtigen. «Ein Kind, das ins Wasser fällt, ist in einem Fluss viel schneller verloren als in einem See.»

Beobachtet die SLRG generell einen Trend zu mehr Schwimmern in der Reuss? «Derzeit nicht. Im Gegensatz zur Aare in Bern fehlt hier auch die Infrastruktur, es gibt kaum Ein- und Ausstiege.» (std)


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