Beschwingt in die zweite Fasnachtshälfte

WEY-TAGWACHE ⋅ 1500 Fasnächtler versammelten sich am Güdismontag früh morgens auf dem Kapellplatz – weit weniger als im Vorjahr. Kein Wunder angesichts der widrigen Wetterbedingungen. Die Stimmung war trotzdem gut.
13. Februar 2018, 00:00

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeritung.ch

Schneeregen, Pflotsch: Die Bedingungen am Güdismontag- morgen waren nicht gerade ideal für die Tagwache der Wey-Zunft. Dennoch strömten ab 5.30 Uhr nach und nach immer mehr Fasnächtlerinnen und Fasnächtler Richtung Kapellplatz in der Luzerner Altstadt. Mehrere hundert waren es, als vom Schwanenplatz her schliesslich der riesige Wey-Frosch, das Wappentier der Zunft, angefahren kam.

Applaus brandete auf, als dahinter Wey-Zunftmeister Jörg Krähenbühl und seine Lebenspartnerin Heidi Burri auftauchten. Mit dabei natürlich auch das Weibel-Paar Andreas und Prisca Suppiger sowie Zunftpräsident Roger Gehri. Zusammen mit ihrem Gefolge bestiegen sie das Podium auf dem Kapellplatz.

Papierschlangen vermischt mit Schneeflocken

Spätestens als dann die ersten Guuggenmusigen dem Wey-Zunftmeister ihre Aufwartung machten, wurde die Stimmung fasnächtlich-beschwingt. Boheme, Alte Garde und andere Musigen zogen musizierend am Wey-Zunftmeister vorbei. Allmählich rüsteten sich die Wey-Zünftler für den grossen Augenblick. Die Konfetti-Kanonen wurden in Stellung gebracht. Punkt 6Uhr ein Knall, und ein Meer von Papierschlangen ergoss sich über die wartende Menge. Es war ein spezieller Anblick: buntes durch die Luft wirbelndes Papier vermischt mit Schneeflocken.

Danach folgte das obligate Orangen-Auswerfen. Gezielt warfen die Zünftler den ausgestreckten Händen die Südfrüchte entgegen. Es gab schliesslich wohl kaum einen Fasnächtler auf dem Kapellplatz, der keine Orange in seiner Hand oder in seiner Tasche wegtrug. Wie die Polizei später meldete, waren 1500 Fasnächtler bei der diesjährigen Wey-Tagwache dabei – deutlich weniger als im Vorjahr (4000). Das ist angesichts des schlechten Wetters nicht überraschend. Es zeigt aber auch, dass sich die Wey-Tagwache auf dem Kapellplatz bei weitem noch nicht einen ähnlichen Stellenwert wie die Fritschitagwache am Schmutzigen Donnerstag erarbeiten konnte. Dort verfolgten 15 000 Fasnächtler den Fötzeli-Regen.

Der guten Stimmung tat es keinen Abbruch. Nach knapp einer Stunde war das Spektakel vorbei. Die Wey-Zünftler machten sich auf zum wohlverdienten Frühstück.


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