«Das nächste Jahr wird heftig»

KULTUR ⋅ Die Luzernerin Corinne Imbach (30) hat sich vor allem mit ihrem Engagement beim Luzerner Fest einen Namen gemacht. Bald wird sie auch die Leitung des Jugendkulturhauses Treibhaus übernehmen. Dies hat Konsequenzen für ihre anderen Engagements.
19. Juni 2017, 00:00

Interview: Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Corinne Imbach (30) ist mit ihrer Firma «Kultur Kopf» in diversen Projekten engagiert. Als OK-Präsidentin des Luzerner Fests ist sie zudem daran, das Konzept des Festes massgeblich zu verändern. Nun will die selbst ernannte «Idee-Kuratorin» eine weitere Herausforderung annehmen: Ab dem 1.August übernimmt sie die Leitung des Jugendkulturhauses Treibhaus, die derzeit noch Fabian Fuchs innehat. Dies teilte die Stadt Luzern, die das Haus subventioniert, jüngst mit.

Corinne Imbach, man kennt Sie derzeit vor allem als Kopf des Luzerner Fests, welches Sie vor einem Jahr umzukrempeln begannen. Wie kommt es, dass Sie nun zum Treibhaus gehen?

Ich habe vor drei Jahren schon ein Auge auf diese Stelle geworfen, als sie damals ausgeschrieben war. Per Zufall habe ich jetzt über Freunde erfahren, dass sie wieder frei wird. Da ist mein Feuer wieder entfacht. Das Treibhaus ist etwas, das ich sehr spannend finde. Ich kann mir gut vorstellen, in den nächsten Jahren meine Energie dort reinzugeben. Und mit dem 80-Prozent-Pensum wird es mir möglich sein, meine anderen Projekte auch weiterhin zu verfolgen.

Wie wird sich damit Ihre Rolle beim Luzerner Fest ändern?

Zusätzlich zum Präsidium habe ich die letzten drei Jahre die Geschäftsstelle des Luzerner Fests geleitet. Dort wollte ich unabhängig vom Treibhaus-Job kürzertreten. OK-Präsidentin bleibe ich aber weiterhin. Es wäre falsch, wenn ich das schon nach einem Jahr aufgeben würde. Denn für das Fest ist eine gewisse Kontinuität wichtig. Mein Engagement wird aber schon merklich zurückgehen. Die letzten Monate habe ich mehr oder weniger nur für das Fest gearbeitet.

Weniger Arbeit beim Luzerner Fest, aber eine Fast-Vollzeitstelle beim Treibhaus: Werden Sie unter dem Strich mehr oder weniger Zeit für Ihre eigenen Projekte haben?

Eher weniger. Das nächste Jahr wird schon relativ heftig. Ich arbeite zusätzlich noch für die kantonale Kampagne «Luzern tanzt». Die läuft im 2018 aber zum letzten Mal, dann werden sich meine Aufgaben auf natürliche Weise reduzieren. Beim Luzerner Fest sind wir im Moment daran, das Festkonzept neu aufzugleisen und mit der Stadt einen neuen Rahmenvertrag auszuhandeln. Da steckt noch relativ viel Arbeit drin.

Was bedeutet das für Ihre anderen Aktivitäten? Etwa Ihre Firma «Kultur Kopf», Ihre Arbeit als Reiseleiterin oder beim Queer Office?

Beim Queer Office war ich ein Gründungsmitglied, bin aber schon Anfang dieses Jahres ausgetreten. Der Vorstand soll ja dynamisch bleiben. Meine Firma führe ich weiter – jedoch eher auf Sparflamme – und ich muss nun keine weiteren Projekte mehr machen, sondern darf. Das Einzige, was mich etwas traurig stimmt, ist, dass ich meine Tätigkeit als Reiseleiterin bei EF Cultural Tours und Go Ahead Tours aufgeben muss. Das werde ich einfach nicht mehr machen können. Ab und zu werde ich für diese Anbieter aber noch Stadtführungen in Luzern durchführen können. Touristen von unserer Stadt und Kultur zu erzählen, macht mir grossen Spass – und so bleibt mein Englisch auch immer schön auf Kurs.

Sie sind ausserdem Parteimitglied bei der SP Stadt Luzern.

Ich wäre sehr gerne politisch aktiv und habe mich einmal für die Grossstadtratswahlen interessiert. Dann hatte ich einen Hörsturz und musste auf die Bremse treten. Meine Aktivitäten bei der Partei und dem Queer Office habe ich dann eingeschränkt.

Nun aber zu Ihrer neuen Arbeit beim Treibhaus: Haben Sie schon konkrete Pläne?

Dafür ist es noch ein bisschen zu früh, ich konnte mir noch gar nicht richtig Gedanken dazu machen. Wichtig ist für mich, dass ich zuerst das Haus spüre und die jungen Aktivistinnen und Aktivisten kennen lerne. Dann schaue ich mit dem Team zusammen, wohin unsere Vision gehen könnte.

Das Treibhaus kennen Sie aber gut von früheren Queer-Office-Anlässen, die Sie veranstaltet haben. Da haben Sie doch bestimmt schon Ideen.

Ideen habe ich immer viele, aber das Treibhaus-Programm wird von jungen Erwachsenen gemacht, und das wird auch so bleiben – ich freue mich, sie bei der Verwirklichung ihrer Ideen zu unterstützen und mein Wissen weiterzugeben. Was ich persönlich spannend finde, sind kultur- und spartenübergreifende Projekte, wie zum Beispiel ein politisches Podium mit Konzert oder Kunstausstellung im Rahmenprogramm.

Gönnen Sie sich zwischen dem Luzerner Fest am nächsten Wochenende und Ihrem Jobantritt etwas Erholung?

Ich habe mir die Pause etwas länger vorgestellt und muss nun meine Ferien verkürzen. Aber ja: Ich habe etwas Ferien und werde auch eine Woche fort sein.

Und haben Sie nebst Ihrem grossen Engagement eigentlich noch Freizeit?

Es stimmt schon, im Moment gerade nicht so. Januar bis Juli ist jeweils Hochsaison für all die Projekte. Nachher wird es aber etwas ruhiger. Dieses Wochenende konnte ich am B-Sides ­Festival entspannen, Musik entdecken und den Sonnenberg geniessen.


Leserkommentare

Anzeige: