Die Höhepunkte der «rüüdig grossen Pop-up-Zone»

LUGA ⋅ Kommt der Frühling, kommt die grösste Messe der Zentralschweiz: Für Aufsehen sorgen ab dem 27. April unter anderem die Schwyzer mit ihren Virtual-Reality-Brillen und ein neues Gastrokonzept.
13. April 2018, 00:00

Beim Durchlesen des diesjäh­rigen Luga-Programms wird einem beinahe schwindlig: Die Zentralschweizer Frühlingsmesse, die vom 27. April bis 6. Mai stattfindet, bietet wie üblich ein Füllhorn an Sonderschauen und Veranstaltungen. Oder wie es Messeleiterin Luzia Roos gestern vor den Medien ausdrückte: «Die Luzerner Allmend wird wieder für zehn Tage eine rüüdig grosse Pop-up-Zone.»

Unter den diversen Sonderschauen findet sich erstmals «tunZentralschweiz». Sie will Kindern und Jugendlichen die Vielfalt der sogenannten Mint-Berufe näherbringen und so laut Roos dem dortigen Fachkräftemangel entgegenwirken. Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. «Es haben sich bereits im Vorfeld über 80 Schulklassen angemeldet», sagt Roos. Eine Neuerung erwartet die Besucher auch in der Määrthalle mit dem Restaurant «Young Fresh Food Corner». Das Besondere: Hier kochen und bedienen ausschliesslich Lernende aus Zentralschweizer Gastronomiebetrieben. Täglich sorgen sie für einen Dreigänger und beziehen die regionalen Produkte dafür direkt in der Määrthalle. «Dort werde ich bestimmt mehr als einmal vorbeischauen», so Roos.

«Man sieht sogar den Prime Tower in Zürich»

Apropos schauen: Schwyz als Gastkanton lädt in der Halle 1 zu einer Entdeckungsreise mit Virtual-Reality-Brille. Dank dieser befindet man sich mitten auf dem Zürichsee in einem Kanu oder auf einer Hundeschlittenfahrt im Muotathal. Daneben präsentieren sich Schwyzer Ausflugsziele wie der Tierpark Goldau, und im Restaurant kommen Spezialitäten wie Suurä Mockä auf den Tisch. Grösster Hingucker ist ein 80 Meter langes und 7 Meter hohes, hoch aufgelöstes Panoramabild, aufgenommen vom Kleinen Mythen. «Man sieht sogar den Prime Tower in Zürich», sagt der Schwyzer Regierungsrat Andreas Barraud (SVP) und fügt schmunzelnd ein «Sie entschuldigen» an, weil dies in Luzern womöglich weniger interessiert.

Wem das alles bekannt vorkommt: gut möglich. Denn der Kanton Schwyz war mit demselben Auftritt 2016 bereits an der Zuger Messe präsent. Alles nur aufgewärmt? «Keinesfalls», sagt Barraud. Das Panoramabild sei viel grösser als damals, überhaupt habe das Ganze mit 800 Quadratmetern eine andere Dimension. «Aber natürlich mussten wir nicht bei 0 beginnen.» Das beeinflusse nicht zuletzt die Kosten positiv. Rund 180000Franken gibt Schwyz für die Luga aus. Barraud: «Das ist im Vergleich mit anderen Messeauftritten bescheiden.»

Am meisten Platz an der Luga gebührt aber den rund 450 Ausstellern aus der ganzen Schweiz. Zu ihnen gesellen sich seit vergangenem Jahr auch Start-ups. Diesmal sind es deren 13. «Doppelt so viele wie 2017», sagt Luzia Roos. Darunter befinden sich etwa Anbieter von Gewürzen aus Afrika, Lebensmittelboxen mit Rezepten, handgemachten Vacheringlace-Torten oder Skischuhen aus dem 3D-Drucker.

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch


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