Doppelt so viele Fundstücke

14. Februar 2018, 00:00

Verloren Am Samstag ziehen Helen Berger und ihre Tochter durch die Stadt und geniessen die Fasnachtsstimmung. Plötzlich erschrickt die 34-Jährige: Ihr Handy ist weg. Per Ortungsfunktion macht sie den Standort ihres Mobiltelefons aus. Es ist auf dem Mühlenplatz. «Also haben wir mit einem anderen Handy darauf angerufen. Wir haben gehofft, dass es jemand gefunden hat», sagt sie. Und tatsächlich: Am anderen Ende ertönt eine Männerstimme. Berger und der Finder verabreden sich, damit sie ihr Handy wieder zurückbekommt. Als Dank gibt sie dem Mann und seinen Freuden eine Runde aus. Berger freut sich: «Es ist richtig schön, dass es noch so ehrliche Menschen gibt.»

Selbst ein Metallsäbel wurde abgegeben

Ähnlich ergeht es Alicia May aus Emmenbrücke. Am Tag nach dem Schmutzigen Donnerstag vermisst sie ihre Digitalkamera. Weil sie nicht sicher ist, wo sie sie verloren hat, startet sie einen Aufruf auf Facebook. Wenig später kann sie aufatmen: Ein VBL-Chauffeur hat das Gerät im Bus gefunden und beim Fundbüro der Polizei abgegeben: «Ich war so froh, als ich meine Kamera samt Speicherkarte wieder hatte. Herzlichen Dank an den Chauffeur», freut sich die 32-Jährige.

Alicia Mays Kamera ist bei weitem nicht der einzige Gegenstand, der dieser Tage im Fundbüro der Luzerner Polizei landet. Gemäss Polizeisprecher Urs Wigger werden an der Fasnacht täglich rund 50 Utensilien abgegeben – doppelt so viele wie an einem Durchschnittstag. «Besonders häufig werden Schlüssel, Portemonnaies und Handys gefunden», sagt Wigger. Aber nicht nur. Auch Grende oder Musikinstrumente würden abgegeben – jüngst sogar ein alter Metallsäbel. Laut Wigger werden gut 60 Prozent der Fundstücke abgeholt.

Plötzlich war der Grend weg

Während der Fasnacht kommt es auch immer wieder zu Diebstählen. Eine unliebsame Erfahrung musste Pascal Bryner aus Emmen machen: Am Güdismontag verkleidet er sich als mittelalterlicher Pestarzt. Sein Grend ist aus Bronze und hat einen langen Schnabel. Gegen 20.30 Uhr deponiert er seine Maske kurz auf dem Jesuitenplatz, um sich ein Getränk zu holen. «Als ich wieder zurückkam, war der Grend weg», sagt Bryner tags darauf. Er glaubt, dass jemand seine Maske gestohlen und in die Reuss geworfen haben könnte: «Das wäre sehr schade.»

Gestohlene Grende sind allerdings eher ein Einzelfall. Laut Polizeisprecher Wigger haben es Langfinger auch während der Fasnacht primär auf Wertgegenstände wie Handys oder Portemonnaies abgesehen.

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch


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