Dutzende Trolle und ein Jubiläum

HORW ⋅ Zum 40-Jährigen der Egli-Zunft verfolgten rund 10000 Zuschauer den Umzug. Sie bekamen am «Rüüdige Sonntig Horw» Lokales, Internationales und auffällig viele Köche serviert.
12. Februar 2018, 00:00

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

«Du, ich gehe schon mal in die Horwerhalle!» – das war der meistgehörte Spruch während des gestrigen Umzugs. Eigentlich trifft man sich dort jeweils erst nach dem Defilee, doch Petrus war ja schampar ungnädig. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Die rund 10000 Zuschauerinnen und Zuschauer – eine Schätzung von Max Studhalter, Zunftmeister der Egli-Zunft – zeigten sich gut gelaunt.

Sie hatten auch allen Grund dazu: Die 23 Umzugsnummern boten allerhand Kreatives und den nötigen Schuss Lokalkolorit. So etwa das Hin und Her rund um den gemeindeeigenen Grämlishof. Das Turnerchörli Horw baute den Bauernhof kurzerhand nach – auf dem Wagen stand geschrieben: «De Gmeindrot het müesse lehre, d’Bevölkerig tuet sech för de Grämlis wehre!»

«Eglivater, ledig, sucht Eglimutter»

Top-Thema Nummer 1 war aber das 40-Jahr-Jubiläum der Egli-Zunft. Eglivater Philipp Anton I. sass in der obligaten Kutsche und warf Orangen ins Publikum. «Das war für mich das Highlight», sagte er. Ein Tennisarm vielleicht vom Werfen? «Nein gar nicht», erwiderte der Single, der als erster Eglivater nicht von einer Eglimutter begleitet wurde. Ein Umstand, der ihn natürlich auch am Umzug verfolgte – dafür sorgten erwartungsgemäss die Alt-Egliväter: «Eglivater, ledig, sucht Eglimutter» war auf ihrem Wagen zu lesen.

Während Philipp Anton I. Orangen unters Volk brachte, versorgte eine Gruppe Köche das Publikum mit Bouillon aus einer mobilen Suppenküche. Überhaupt wimmelte es von Köchen – beinahe wie am TV: Eine Gruppe Köche zog mit Blick auf den momentanen Insekten-Food-Hype gar einen riesigen Heugümper durch die Strassen.

Für die richtige musikalische Beschallung sorgten die Horwer Guuggenmusigen, darunter die Rasselbandi. Ihr Sujet: norwegische Trolle. Einer davon sass in einem WC-Hüsli aus Holz und las Zeitung – leider nicht unsere. Der Autor musste die Enttäuschung darüber glatt mit einem Holdrio runterspülen. Wo? Selbstverständlich in der Horwerhalle, die inzwischen zum Bersten voll war.


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