Gesucht: De beschti Grend

09. Februar 2018, 00:00

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Eines muss man den Luzernern lassen: Ihre Kreativität und bastlerischen Fertigkeiten sind schier unendlich. Das zeigte sich gestern – einmal mehr – im Hotel Schweizerhof, anlässlich der Anmeldung zum «beschte Grend». Rund 360 Leute liessen sich mit ihrem rüüdige Grend im Schweizerhof ablichten.

Da wäre etwa die Familie Stoop aus Neudorf, die in ihren kunterbunten Kostümen Putzteufel darstellte. Die Inspiration dazu hatte Mama Sandra. «Mir fiel auf, dass Putzsachen so bunt sind, und fand, daraus sollte man an der Fasnacht etwas machen.» Und lachend fügt sie an: «Es heisst ja, an der Fasnacht soll man sich als etwas verkleiden, was man sonst nicht ist.» Es ist das erste Mal, dass die Stoops einen Grend gebastelt haben. Dabei stiessen sie zu Beginn etwas an ihre Grenzen. Sandra Stoop: «Ich hatte gehofft, im Internet eine Anleitung zu finden oder auf Youtube ein Video.» Vergeblich. Sie musste selbst kreativ werden. Um anderen dies im nächsten Jahr zu erleichtern, filmte sie den Vorgang kurzerhand selbst und stellte das Video auf Youtube.

Auch hawaiianische Wildschweine konnte man antreffen. Michele Bottlang und Benno Scheidegger aus dem zürcherischen Rorbas kommen immer wieder an die Lozärner Fasnacht. Seit sieben Jahren basteln sie aufwendige Grende.

Abstraktes und Traditionelles

Eine besonders kreative Eingebung hatten auch Gabriela und Armin Disler aus Emmen. Tintenfass und Tintenspass ist ihr Motto. Sie wollen das Schreiben fördern. «Mit all den technologischen Mitteln gehen handgeschriebene Briefe und Karten unter», sagt Gabriela Disler. Inspiriert von ihrem Bettanzug, der kalligrafische Elemente enthält, verarbeitete sie diesen zu ihrem Kostüm. Auch das Motto «Kopf-an-Kopf-Rennen» der Familie Meyer aus Luzern darf unter der Kategorie besonders kreativ verbucht werden. Entstanden ist das Sujet laut Vater Sämi aus einer Bieridee. Ihre Grende bestehen nur aus Karton, die Velos der Kinder umgibt (wohl) eine Staubwolke.

Auch aktuelle Sujets fanden den Weg in den Schweizerhof. Der Küssnachter Markus Tschopp nahm den Palace-Ausverkauf zum Anlass für seinen Grend.

Neben diesen aussergewöhnlichen Sujets gibt es auch immer wieder Klassiker zu bestaunen. Die 75-jährige Hexe Kunigunde etwa. Ausgerüstet mit Tarot-Karten, Glaskugel und Handlese-Fertigkeiten, prophezeit diese der Autorin dieser Zeilen ein langes Leben mit vielen Reisen. Rüüdig guet!

www. Alle Bilder finden Sie unter: luzernerzeitung.ch/fasnacht

Neudorf


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