Grosser Auftritt für die Krienser Harmoniemusik

NIEDERLANDE ⋅ Die Formation darf die Schweiz am «Nijmegenmarsch» vertreten. In der nächsten Woche erwartet die Krienser ein Mammutprogramm.
11. Juli 2017, 00:00

Für ihre Wandergebiete sind die Niederlande nicht gerade bekannt. Trotzdem findet dort mit dem «Nijmegenmarsch» eine der grössten Wanderveranstaltungen der Welt statt. Zum 101. Mal treffen sich nächste Woche knapp 50 000 Soldaten und Zivilisten aus aller Welt, um während vier Tagen in Etappen bis zu 50 Kilometer durch und um Nijmegen zu marschieren. Mittendrin wird die Harmoniemusik Kriens sein.

Während andere Staaten ihre Marschkorps durch eine Militärmusik begleiten lassen, wird die Schweiz von zivilen Orchestern vertreten. Bereits zum vierten Mal hat die Harmoniemusik Kriens die Ehre. Kurt Bachmann, Ehrenpräsident und Reiseleiter: «Wir haben uns 2006 beworben. Die Warteliste war lang.» Bachmann ist einer von vier aktiven Mitgliedern, die bereits bei der ersten Reise vor 41 Jahren dabei waren. «Es ist kein Ferienlager. Die Woche ist intensiv, aber voller unvergesslicher Erlebnisse.»

Da sie als zivile Formation nicht im Militärcamp mit den anderen Musikkorps übernachten können, werden die Schweizer Vertreter jeweils im Vorort Bemmel bei Gastfamilien untergebracht. Das Städtchen feiert dann die Schweizerwoche. Vor jedem Haus, in dem ein Schweizer zu Gast ist, wird die Schweizer Fahne gehisst. Die Krienser werden zudem mehrere Ständchen und ein Konzert spielen.

Das ist aber nur das Rahmenprogramm. Hinzu kommen die offiziellen Auftritte im Rahmen des Viertagemarsches. Als ganz besonders bezeichnet Kurt Bachmann folgende Anlässe: die Kranzniederlegung auf dem kanadischen Soldatenfriedhof und den Abschluss des Viertagemarsches. Dann ziehen die Teilnehmer nach Staaten geordnet in Nijmegen ein. Dies bedeutet sechs Kilometer Marschmusik vor über einer halben Million Zuschauer. Für Bachmann ist es wichtig, dass sie hier nicht nur die Schweiz, sondern Luzern repräsentieren. Deshalb tragen sie neben der Schweizer und der Vereinsfahne auch eine Luzerner Fahne. Und: «Die Ehrendamen tragen natürlich eine Luzerner Tracht.»

Ein solch nicht alltägliches Projekt verlangt vom Verein viel Hingabe. Eineinhalb Jahre Vorbereitung waren da nur der Anfang. Nun müssen 63 Musikanten nach Holland gebracht werden. Im Gepäck haben sie alle ihre Instrumente, je zwei Uniformen und zusätzlich 15 Alphörner. Sie nehmen eine Woche Ferien – was je nach beruflicher und familiärer Situation nicht einfach ist – und investieren viel Geld. Zwar beteiligen sich der Bund und die Gemeinde an den Kosten, den grössten Teil der Ausgaben muss die Harmoniemusik aber selbst bestreiten. Neben den Beiträgen der Donatoren mussten zusätzliche Sponsoren gefunden werden. Auch die neuen Medien wussten die Krienser zu nutzen, indem sie eine Crowdfunding-Kampagne lancierten.

Manuel Burkhard

region@luzernerzeitung.ch


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