Hochdorfer komplett aus dem Häuschen

UMZUG ⋅ Rekordverdächtig: In Hochdorf standen die Zuschauer massenhaft Spalier. Auch für den öffentlichen Verkehr – der war notgedrungen ein Thema.
14. Februar 2018, 00:00

Die Temperaturen zwar um den Gefrierpunkt, doch stahlblauer Himmel und wärmende Sonnenstrahlen: Die meteorologischen Bedingungen für den Hochdorfer Umzug hätten kaum besser sein können. Und was die 1800 Protagonisten den Besuchern an Klamauk und Unterhaltung boten, war feinste Landfasnacht.

Eröffnet wurde der Reigen von 61 Nummern durch die Tambourengruppe Hochdorf. Das Martinipaar Geri und Barbara Kunz genoss nicht nur das Bad in der Menge, es war auch bei diversen Wagenbau-Sujets omnipräsent. «Last Friday und Seil­ziehclub Lieli» zogen zum Motto «Mer send met em ÖV do» einen Linienbus die Hochdorfer Hauptstrasse hoch. Dabei liess es sich Geri Kunz nicht nehmen, selber einige Meter mitzuziehen. Dazu muss man wissen: Der Martinivater ist Präsident des Klubs und Inhaber des Busbetriebs Seetal-Freiamt AG. Die Gruppe freute sich auch darüber, dass Lieli bald eine eigene Haltestelle bekommen soll. Ihnen gleich tat es der «Ligschwil­verein» mit dem Motto «Hof­dere-Agglomeration – jetzt mit Busstation». Die «Spootzünder Chliwange» machten das Verkehrschaos in «Hofdere-City» zum Thema.

Einen internationalen Anstrich bekam der Umzug mit der Bannerzunft Hämikon-Müswangen und seinen «Stars & Sternchen». Mit dem 18 Meter langen Gefährt zelebrierten sie einen Hauch Hollywood. Stinkig und laut wurde es, als «Cornels Drösch-Team» mit einem riesigen Mähdrescher auffuhr – zu Ehren des Zunftmeisterpaars der Hildisrieder Götschizunft, Cornel und Pamela Estermann.

Bedrohte Jäger und Hausärzte

Die Wagenbaugruppe «Hahnerüücher» aus dem Michelsamt parodierte die feudalen Zustände im Gefängnis Thorberg – mit Sexzimmer, Gefängnisbar und ohne, dass die Insassen am Hungertuch nagen müssten. Die «Wagewörger Schongau» wollten darauf aufmerksam machen, dass die Jäger eine bedrohte Art und deshalb eine geschützte Spezies seien. Der Junggesellenclub Erlosen nahm den Hausärztemangel auf die Schippe. Die «Hiltitaler» wagten mit dem Insekten-Food einen Blick in die Zukunft. Untermalt wurde das Spektakel mit 27 Guggenmusigen. Und Speaker Jürg Wicki wusste: «Über eine Tonne Orangen und eine Million an süssen Trouvaillen wurden am Umzug an die Besucher verteilt.»

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch


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