Kirche einmal anders

MINISTRANTEN ⋅ Einen Sonntag lang haben sich 8000 Ministranten in Gladiatoren, Bungee-Jumper oder auch Sumo-Ringer verwandelt. Toll fanden die Teilnehmer des Minifests 17 in Luzern das eine wie das andere.
11. September 2017, 00:00

Hannes Bucher

stadt@luzernerzeitung.ch

Es ist ein eindrückliches, überaus buntes Bild, das sich gestern auf dem Gelände der Messe Luzern und der Hubelmatt abgespielt hat. 8000 fröhliche Mädchen und Knaben aus der ganzen Deutschschweiz, die allesamt im gleichen weissen T-Shirt stecken, bevölkern das Areal und feiern das Ministrantentreffen, das Minifest 17 in Luzern. Dazu eingeladen hat die Deutschschweizerische Arbeitsgruppe für Ministrantenpastoral (Damp). Der Anlass versteht sich als «tiefes Dankeschön der Kirche an Euch für Eure treuen Dienste», schreibt Jugendbischof Marian Eleganti in seinem Grusswort auf einem Flyer.

Gerade rechtzeitig für den Eröffnungsgottesdienst auf der Bühne bei der Luzerner Allmend besserte sich das Wetter. Danach ging es los mit dem Atelierbetrieb – der alles beinhaltete, was ein Knaben- oder Mädchenherz heutzutage höher schlagen lässt: von Softball-Kanone zu Bungee-Jumping und von Kletterwand über Mohrenkopfschleuder zu Minifest-Tattoos. Zudem gab es auch Angebote kirchlicher Art wie Kerzen zieren, Schreibwerkstatt «Dein kreatives Gebet» sowie Informationsstände über die Päpstliche Schweizergarde.

«Wie bei einem Open Air»

Süss kann das Ministrantenleben sein – im Speziellen dann, wenn das begehrte Atelier «Zuckerwatte und Radiogrüsse» aufgesucht wurde. Von dort kommen gerade Rebecca Matter und Melanie Arnold. Die beiden 14-jährigen Engelberger Ministrantinnen finden das Minifest 17 «sehr cool», da sie gerne neue Leute kennen lernen. Der Gottesdienst sei zudem sehr eindrücklich gewesen: «Alle haben mitgesungen und mitgeklatscht, fast wie bei einem Open-Air-Festival.» Ein- bis zweimal im Monat sind sie die beiden Oberstufenschülerinnen im Kirchendienst. Dies, weil sie gerne «einen Freiwilligendienst leisten». «Und die Snickers, die es jeweils gibt, sind auch toll», sind sie sich einig und lachen verschmitzt. Vielleicht, fügen sie hinzu, bleiben sie noch über den Schulabschluss ­hinaus dabei.

Aus Buttisholz sind gleich 50 Knaben und Mädchen zum Minifest gekommen. Fast alle, denn 65 Ministranten umfasst die ganze Schar. Darunter bilden die Mädchen die Mehrheit. «Viele Knaben gehen in den Fussballklub, alles kann man halt nicht machen», sagt eine Ministrantin. Aber bei den Minis laufe auch viel: So lockt eine Rom-Reise und ein Besuch im Europark. «Wenn man zur Kirche geht, ist es spannender, im Altarraum etwas zu machen, als einfach in der Kirchenbank zu sitzen», ergänzt ein Ministrant.

«Toll», «cool», «super». So lauteten insgesamt die spontansten Rückmeldungen von vielen angesprochen Ministranten. Darüber freut sich Sonia Ritter aus Adligenswil, die eine der 150 Freiwilligen ist, welche den Riesenanlass organisieren. Und wie erlebt Sonia Ritter die jungen Leute? «Sehr interessiert, anständig und aufgestellt», sagt sie. Ihr eigener Sohn Alessandro sei ebenfalls mit dabei. «Schön, ihn in diesem Umfeld zu wissen.» Auch Mu­rielle Egloff und Pater Andy Givel vom siebenköpfigen Organisationskomitee sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Fests. «Das friedliche Miteinander ist eindrücklich, nirgends gab es Grund für Ärger. «Und schliesslich hat eben auch das Wetter noch mitgemacht.» Am Nachmittag folgten schliesslich noch die Eucharistiefeier mit dem Jugendbischof und als Abschluss ein grosses Ballonfeuerwerk. Zum letzten Mal wurde dann nochmals der «Minisong» gemeinsam zelebriert.

www. Mehr Bilder zum Minifest 17 auf: luzernerzeitung.ch/bilder

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