Kriens will mit Landverkauf Finanzen aufbessern

BAUPROJEKT ⋅ Auf einem Grundstück der Gemeinde am Sonnenberg soll gehobener Wohnraum entstehen.
12. Juni 2017, 00:00

Die Gemeinde Kriens braucht Geld. Die Investitionen in das Zentrumsprojekt und die Schulhäuser belasten die Gemeindekasse stark. Deshalb soll nun das 12 000 Quadratmeter grosse Areal Mülirain am Fuss des Sonnenbergs verkauft werden. Dieser Verkauf ist bereits in der Finanzplanung vorgesehen und wurde auch vom Einwohnerrat so gefordert – nun wird er umgesetzt.

Die Gemeinde hat dazu einen Bebauungsplan für das Areal erstellen lassen. Dieser liegt nun vor und wird am 29. Juni im Einwohnerrat beraten. Der Bebauungsplan sieht ein zusammenhängendes, L-förmiges Gebäude vor. Dieses soll Platz bieten für 32 bis 35 Eigentumswohnungen. Die obere Parzellenhälfte wird als Grünzone belassen, heisst es im Bericht und Antrag.

Stromleitung kommt in den Boden

Damit das Bauprojekt realisiert werden kann, muss die Stromleitung Horw–Ruopigen auf einem gut 700 Meter langen Abschnitt in den Boden verlegt werden. Die Gemeinde hat mit den Centralschweizerischen Kraftwerken (CKW) vereinbart, dass sie sich zur Hälfte an den Kosten beteiligt. Der Gemeindeanteil beträgt 815 000 Franken. «Mit der Verkabelung soll die Lebensqualität im gesamten Quartier erhöht und die Projektumsetzung auf dem Grundstück Mülirain erleichtert werden», schreibt der Gemeinderat. Der Sonderkredit dazu muss vom Einwohnerrat noch genehmigt werden.

Stimmt der Einwohnerrat dem Bebauungsplan Ende Monat in erster Lesung zu, will der Gemeinderat das Grundstück zum Verkauf ausschreiben. Läuft alles nach Plan, könnte der Bebauungsplan im ersten Quartal 2018 in Kraft gesetzt werden. Den Zuschlag erhält jener Investor, welcher den höchsten Preis zahlt. Eine Abgabe im Baurecht oder ein Verkauf ausschliesslich an Wohnbaugenossenschaften komme für den Gemeinderat nicht in Frage, sagt Bauvorsteher Matthias Senn (FDP). «Es bestehen keine öffentlichen Interessen, das Land zu behalten. Zudem kann mit einem Verkauf ein höherer Ertrag erzielt werden.»

Gemäss Bebauungsplan sollen Eigentumswohnungen mit gehobenem Standard erstellt werden. Dabei spielen finanzpolitische Überlegungen eine Rolle, wie Senn bestätigt. Es soll Platz für vermögendere Einwohner geschaffen werden. Es gibt aber noch einen anderen Grund, erklärt Senn: «Bei den über 1000 Wohnungen, die derzeit in Kriens im Bau sind, handelt es sich mehrheitlich um Mietwohnungen. Deshalb möchten wir den Wohnungsmix mit Eigentumswohnungen ergänzen.» Der Investor könne aber selbst entscheiden, welche Art von Wohnungen er realisiert.

Neben dem Mülirain will sich die Gemeinde auch vom Grundstück Bosmatt oberhalb des Schulhauses Roggern trennen. Sie rechnet für beide Grundstücke mit einem Ertrag von insgesamt 18 Millionen Franken. Ob das Bosmatt-Areal ebenfalls verkauft wird, steht laut Senn aber noch nicht fest. «Je nach Ertrag beim Mülirain ist auch die Abgabe im Baurecht denkbar.»

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch


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