Leitung über Pausenplatz verschwindet

KRIENS ⋅ Die CKW wollen die Stromleitungen im Gebiet Feldmühle für 1,57 Millionen in den Boden verlegen. Grund dafür ist aber nicht die Schule, sondern ein Bauprojekt.
12. Februar 2018, 00:00

Sie führt vom Gebiet Under Zumhof am Sonnenberghang zum Under Sänti im Krienser Talboden an der Grenze zum Obernau. Dabei überquert sie unter anderem das Eichenspes und den Pausenplatz des Schulhauses Feldmühle (siehe Grafik). Die Rede ist von einer kombinierten 110- und 50-Kilovolt-Starkstromleitung der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW).

Diese 1933 erstellte und 1985 umgebaute Leitung soll nun in den Boden verlegt werden. Ein entsprechendes Baugesuch der CKW liegt derzeit bei der Gemeinde Kriens öffentlich auf. «Es ist vorgesehen, mit den Arbeiten im Juli zu beginnen», sagt Erwin Kiser, Leiter Hochspannungsleitungen CKW. Bis etwa Ende 2018 dürfte die Verlegung abgeschlossen sein.

Verlegung ist «sehr aufwendig»

Künftig werden die Leitungen unter Landwirtschaftsland und Strassen zwischen dem Schacht Under Sänti und dem sogenannten Kabelendmast im Under Zumhof verlaufen. Von dort aus bleibt die oberirdische Leitung, die via Schwyzerhüsli nach Littau führt, bestehen.

Die CKW rechnen für die Verlegung mit Kosten von rund 1,57 Millionen Franken. «Insbesondere die Tiefbauarbeiten sind aufgrund der bestehenden Werkleitungen sehr aufwendig», so Kiser. «Es wird ein betonierter Kabelrohrblock mit neun Polyethylen-Rohren erstellt.» Zudem müsse der Kabelendmast Under Zumhof «für den Übergang vom Boden auf die bestehende Freileitung» neu erstellt werden.

Grund für die Bodenverlegung ist, dass die Gemeinde Kriens das Areal Mülirain am Sonnenberghang überbauen lassen will, wobei die obere Parzellenhälfte eine Grünzone bleiben soll. Sie beteiligt sich daher an den Kosten der Leitungsverlegung (Ausgabe vom 12. Juni 2017). Aufgrund der Leitungsverordnung sowie der eidgenössischen Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung müssen zu Gebäuden gewisse Abstände eingehalten werden. Diese wären bei der geplanten Überbauung mit der bestehenden Freileitung nicht mehr gegeben. Aktuell führt diese nicht direkt über Gebäude, sondern daneben vorbei.

Die Gemeinde will das Grundstück Mülirain an einen Investor verkaufen. An wen, steht noch nicht fest. Der Gemeinderat wird sich nach den Ferien damit befassen und bei einem positiven Entscheid dem Einwohnerrat einen Bericht und Antrag vorlegen, wie der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) auf Anfrage schreibt.

Geplant sind zwischen 32 und 35 Eigentumswohnungen. Wie viel Geld durch den Landverkauf in die Gemeindekasse fliessen soll, ist noch nicht bekannt. Neben dem Mülirain will sich die Gemeinde auch vom Grundstück Bosmatt oberhalb des Schulhauses Roggern trennen. Der Ertrag für beide Grundstücke soll 18Millionen Franken betragen. Je mehr das Grundstück Mülirain einbringt, desto weniger Ertrag muss das Bosmatt abwerfen. Allenfalls könnte auf diesem Land also günstiger Wohnraum entstehen.

Weniger anfällig, dafür aufwendiger zu reparieren

Zurück zu den Stromleitungen. Grundsätzlich bestünden seitens der CKW keine Absichten, möglichst viele davon in den Boden zu verlegen. Unterirdische Leitungen hätten zwar den Vorteil, dass sie weniger Platz beanspruchen, nicht sichtbar und auch nicht der Witterung ausgesetzt sind, so Kiser. Daher seien sie weniger störungsanfällig. «Kommt es aber doch einmal zu einem Schaden, dauert die Reparatur erheblich länger als bei einer Freileitung.»

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch


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