Mit der Starkoch-Kelle angerührt

LUZERN ⋅ Im früheren Kino Limelight wurde das neue internationale Kochzentrum für Hotelfachstudenten eröffnet. Als Erster am Kochherd stand kein Geringerer als Anton Mosimann.
17. Mai 2017, 00:00

Zwei Topshots der internationalen Kochszene war es vorbehalten, gestern Vormittag die Räumlichkeiten des neuen Kochzentrums für Hotelfachstudenten in Luzern als Erste zu bekochen. Nun, sie kochten nicht – sie zauberten vielmehr in und aus der Pfanne: Der Schweizer Starkoch Anton Mosimann (70) kreierte sein weltbekanntes Risotto. Assistiert wurde er vom thailändischen Spitzenkoch Chumpol Jangprai.

Offensichtlich bereitete diese «wunderbare thailändisch-schweizerische Fusion», wie sie ihre Kooperation bezeichneten, den beiden Kochlegenden viel Freude. «Anton’s Thai-Influenced Risotto» nannte der mit dem «Order of the British Empire» ausgezeichnete Lieblingskoch der britischen Königsfamilie das unnachahmliche Gericht. Als «kulinarisches Gedicht» könnte man es auch bezeichnen.

Rund 2,7 Millionen für Umbau und Einrichtung

Bei der Eröffnung dabei waren auch der thailändische Botschafter in der Schweiz, Kittiphong na Ranong, sowie Florent Rondez, CEO der Swiss Education Group. Das neue Kochzentrum wurde im kürzlich fertig renovierten «Lime­light»-Gebäude an der Stadthofstrasse in Luzern eingerichtet. Einst befand sich hier das gleichnamige Kino. Statt Leinwandstars standen hier gestern also Kochstars im Rampenlicht. Für Umbau, Renovierung und Einrichtung wurden rund 2,7 Millionen Franken investiert. Entstanden sind unter anderem zwei neue Küchen für Patisserie und Chocolaterie für je zwölf Auszubildende, eine Anwendungs- und Produktentwicklungsküche mit je 24 Ausbildungsplätzen, Konferenzzimmer, Schulungsräume und eine Wäscherei. Die Räume sind alle auf aktuellstem technischem Stand interaktiv gestaltet.

Mit ihrer 30-jährigen Erfahrung in der Hotelfachausbildung und der Kochkunst ist die Swiss Education Group, die das Zentrum führt, ein führender Ausbildner im Hospitality-Sektor in der Schweiz. Zur Gruppe gehören seit 2011 die César Ritz Colleges Switzerland. Diese eröffneten den Campus Luzern im Jahr 2012 im ehemaligen Hotel Union.

Um die 6500 Studierende aus der ganzen Welt absolvieren an den fünf Schulen dieser Gruppe Studiengänge auf Diplom-, Bachelor- und Master-Niveau. Rund 70 Prozent der Studierenden stammen aus Asien und dem Pazifikraum, weitere 22 Prozent sind Europäer – darunter hat es viele Deutsche, Franzosen und Nordeuropäer. Schweizer Studierende sind eher rar. «Die Sprache ist die Barriere», sagt Arlette Pfeiffer, Leiterin des Campus Luzern. Englisch sei die Ausbildungssprache an der Hochschule. Vielleicht werde dies bald ändern, da ja die Schweizer Schüler jetzt bereits in der Primarschule Englischkenntnisse erwürben.

«Keine Butter ins Risotto, sondern Schlagrahm»

Zurück zu Anton Mosimann: Der bekannte Starkoch geizte gestern nicht mit gutgemeinten Ratschlägen für allfällige Nachahmungsköche. Einer davon lautete: «Kein Butter ins Risotto, sondern Schlagrahm – dann kommt es farbig wie ‹Café au lait› daher.» Die anwesenden Studenten der César Ritz Colleges werden es sich gemerkt haben.

Hannes Bucher

stadt@luzernerzeitung.ch


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