Rothenburg bereitet sich auf rege Bautätigkeit vor

ABSTIMMUNG ⋅ Nach jahrelanger Planung stimmt die Bevölkerung über den Bebauungsplan für das Gebiet östlich des Bahnhofs Rothenburg ab. Obwohl die Vorlage praktisch unumstritten ist, gibt ein Aspekt Anlass zur Sorge.
15. November 2017, 00:00

Am 26.November kommt es in Rothenburg unter anderem zur Abstimmung über den Bebauungsplan Rothenburg Station Ost. Damit verbunden ist auch die Teilrevision der Ortsplanung und die Änderung der Sonderbauvorschriften. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Warum wird abgestimmt?

Das eidgenössische Raumplanungsgesetz hat zum Ziel, mit innerer Verdichtung Entwicklungen zu ermöglichen, um künftig möglichst wenig Kulturland zu überbauen. Weil im Gebiet um den Bahnhof Rothenburg Station viel Land brachliegt, bietet es in dieser Hinsicht viel Potenzial. Um das Gebiet haushälterisch zu nutzen und eine grosse Anzahl Arbeitsplätze zu ermöglichen, hat der Gemeinderat in den letzten Jahren verschiedene Baugesuche wie eingeschossige Fast-Food-Ketten abgelehnt und stattdessen mit Grundeigentümern einen Bebauungsplan erarbeitet.

Worüber wird abgestimmt?

Gegenstand der Vorlage ist der Bebauungsplan, der eine etappierte Überbauung für maximal 2500 Arbeitsplätze ermöglichen soll. Direkt am Bahnhof sind drei Gebäudekomplexe mit Innenhöfen sowie ein Hochhaus (45 bis 55 Meter) vorgesehen. Für die Gebäudekomplexe gilt eine Mindesthöhe von 15 Metern und eine Maximalhöhe von 25 Metern. Um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren und aufgrund der guten Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr, wird die Parkplatzzahl gegenüber dem Normbedarf um 35 Prozent reduziert. Im Bebauungsplan ist geregelt, dass nur betriebsbedingte Wohnungen zugelassen sind, die Verkaufsflächen beschränkt sind und der Buzibach naturnah durch das Gebiet fliesst. Durch ein Ja zur Vorlage würde ausserdem der Zonenplan geändert und die Arbeitszone in eine Zone mit mittlerer Lärmstufe herabgesetzt. Stark lärmerzeugende Nutzungen wären damit nicht mehr zulässig – ebenso wie reine Transport- und Logistikbetriebe.

Welches Ziel verfolgt der Plan?

Der Bebauungsplan soll sicherstellen, dass sich um den Bahnhof hochwertige Arbeitgeber ansiedeln können und sich das Gebiet zu einem attraktiven Standort mit zusätzlichen Steuereinnahmen für die Gemeinde entwickelt.

Ist die Vorlage umstritten?

Der Rothenburger Gemeinderat empfiehlt, dem Bebauungsplan zuzustimmen. Auch die vier Ortsparteien SP, SVP, FDP und CVP stehen der Vorlage gemäss jetzigem Stand positiv gegenüber (die Parteiversammlung der SVP findet allerdings erst morgen statt). Ein Aspekt, welcher der Bevölkerung laut den Parteien zu denken gibt, ist die Angst vor Mehrverkehr. Laut Gemeinderat bildet der Bebauungsplan jedoch eine wichtige Grundlage, damit der Bahnhof Rothenburg Station durch die SBB und den Kanton ausgebaut wird.

Welche Firmen sollen in die geplanten Gebäude einziehen?

Klar ist zu diesem Zeitpunkt, dass der Software-Entwickler Opacc seinen Firmensitz von Kriens auf das Areal in Rothenburg verlegt. Was die anderen beiden Grundstücke betrifft, ist die Planung weniger weit: Der Kanton Luzern will seines nach Vorliegen des rechtsgültigen Bebauungsplans vielleicht verkaufen. Das dritte gehört der Buchecker AG, die Mobimo AG hat dafür aber das Kaufrecht erworben.

Was passiert bei einem Nein?

Beim Areal handelt es sich bereits heute um eingezontes Bauland. Somit kann darauf auch bei einem Nein zur Vorlage gebaut werden – laut der Gemeinde allerdings nicht nach den Zielen einer inneren Verdichtung und nicht in der gleichen Qualität.

Weshalb umfasst der Bebauungsplan nicht auch das Gebiet westlich des Bahnhofs?

Ursprünglich gehörte auch das westliche Areal zum Bebauungsplan. Aufgrund offener Fragen zur geplanten Busstation wurde die Planung vorläufig sistiert.

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch


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