Sie hend de beschti Grend!

14. Februar 2018, 00:00

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Hawaiianische Wildschweine, Nasengrübler, Appenzeller und Chinesen belagerten gestern das Hotel Schweizerhof. Sie alle warteten gespannt auf die Preisverleihung des beschte Grends. «Die Kreativität an der Fasnacht ist einzigartig. Die Jungmannschaft hilft, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird», sagte Moderator Peti Federer von der Zunft zu Safran mit Blick auf die ausgefallenen Sujets, auch bei den Familien. Auf dem dritten Platz in dieser Kategorie landete Familie Zürcher aus Luzern. Auf die Idee der Bergsteiger seien sie bereits im Herbst gekommen. «Wir sind von der Fräkmüntegg nach Kriens gewandert. Die Kinder fragten dabei immer, wie lange es noch geht und streckten die Zunge raus», erzählte Urs Zürcher. Das habe den Ausschlag dafür gegeben, auch die Masken so zu gestalten. Angefangen zu basteln hätten sie erst am 20. Januar. Die Kinder seien begeistert gewesen. «Unter dem Grend sah es bestimmt ähnlich aus wie auf dem Grend», sagt Zürcher.

Auf Rang zwei landete Familie Staub aus Luzern mit ihrem Motto Tim und Struppi. Der Applaus für dieses Sujet fiel besonders tosend aus, in der Hoffnung, dass er die Familie auch in ihren Ferien erreicht. Mit 629 Stimmen gewann Familie Thrier aus Inwil als Nasengrübler. Mit ihren riesigen Grenden machten sie mächtig Eindruck. Auf das Motto kamen sie aber nicht etwa, weil jemand ständig in der Nase gegrübelt hatte, nein. Bei ihnen stand das Basteln im Vordergrund. «Mal wollten die Kinder einen grossen Bauch, dann wieder einen grossen Kopf», erklärte Jürg Thrier. Als dieser dann so eine grosse Nase hatte, lag der Nasengrübler auf der Hand.

Bei den Einzelmasken schaffte es Marcus Tschopp mit seinem Chinesen auf den dritten Platz. Der Vollblutfasnächtler aus Küssnacht liess sich vom Ausverkauf im «Palace» vor wenigen Wochen inspirieren. Als er durch die Strassen ging und sah, wie die Leute einander anstupsten und auf ihn zeigten, dann sei das schon schön gewesen, sagt Tschopp. Um seine Rolle zu perfektionieren, habe er sich auch Geschichten zu den einzelnen kleinen Möbelstücken, die er auf seinem Hut befestigt hatte, ausgedacht. Mit Leib und Seele ist auch der Zweitplatzierte Ivan Rasovszky aus Horw dabei. Jedes Jahr bastelt er einen Grend und lässt sich damit für den Wettbewerb ablichten, heuer mit dem Sujet «Fremdbestimmt». Die Idee kam ihm im Alltag. «Täglich bist du von 9 bis 5 Uhr fremdbestimmt. An der Fasnacht kann ich mal machen, was ich will!» Auch wenn er jetzt einen Podestplatz ergattert habe, zurücklehnen werde er sich nicht. «Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht.»

«Kann keinen Käse mehr sehen»

Am meisten Stimmen für sich gewinnen konnte Patrick Steffen aus Obernau. 803 Stimmen wurden für den Appenzeller Käse mit dem grossen Fingerzeig abgegeben. Die Stunden, die er daran gearbeitet hat, habe er nicht gezählt. «Ui nei, sonst würde ich das wohl nie mehr machen», sagt Steffen und lacht. Was er in nächster Zeit wohl auch nicht mehr machen wird, ist Käse essen. Davon hätten Sie von Appenzeller nämlich kiloweise bekommen.

Für einen kleinen Skandal sorgten die Gewinner der Kategorie Kleingruppe. Ausgerechnet das Team Scheidegger aus Zürich konnte als hawaiianische Wildschweine am meisten Stimmen absahnen. Doch bevor jetzt böse Stimmen laut werden: Michele Bottlang und Benno Scheidegger kommen immer wieder an die Lozärner Fasnacht. «Dass wir es als Zürcher hier in Luzern gar in die Ränge geschafft haben, macht uns riesig stolz.» Das Sujet für die nächste Fasnacht sei übrigens bereits im Kopf. Dann dürfen wir ja gespannt sein.


Anzeige: